Attila Hildmanns wirre Umsturz-Pläne für Deutschland

Russland und die USA sollen Deutschland nach Hildmanns Vorstellung von der "kommunistischen Merkel-Diktatur befreien" - am besten mit Waffengewalt.
Russland und die USA sollen Deutschland nach Hildmanns Vorstellung von der "kommunistischen Merkel-Diktatur befreien" - am besten mit Waffengewalt.picturedesk.com
Attila Hildmann wandelte sich vom veganen Star-Koch zum Verschwörungstheoretiker. Für den politischen Umsturz in Deutschland hat er einen wirren Plan.

Mit seinen bizarren Verschwörungstheorien und seinen hetzerischen Auftritten hat der einstige vegane Starkoch Attila Hildmann eine Bewegung von rechtsextremen Verschwörungstheoretikern um sich geschaffen. Er selbst sieht sich als deren Anführer und hat auch schon einen Plan für einen Umsturz in Deutschland - am liebsten mit Waffengewalt.

Bundeswehr soll putschen

Einen Plan dafür hat er auch schon: So solle sich das deutsche Volk erheben gegen die "Kommunistin, Zionistin, Satanistin, (...) Merkel". Hildmann zählt dabei auf die Unterstützung von Bundeswehr-Soldaten, die er hinter sich glaubt. Sein "schönster Traum" sei es, so Hildmann, "meine Kameraden des Deutschen Heeres und die Wachtmeister der Polizei stellen sich hinter mich und wir befreien Deutschland", wie er in seinem Telegram-Kanal an seine Unterstützer fabuliert.

➤ Militärische Hilfe beim gewaltsamen Umsturz erhoffen sich Hildmann und seine rechtsextremen Reichsbürger-Gesellen auch aus dem Ausland: US-Präsidenten Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin sollen sie militärisch unterstützen. Anführen will der einstige Star-Koch den Umsturz natürlich selbst.

Wirrer Umsturzaufruf von Möchtegern-Soldat

Zuletzt publizierte Hildmann Videobotschaften eines selbsternannten Milizsoldaten und "Wehrwolfs" (in Anlehnung an neonazistische Milizen nach dem Zweiten Weltkrieg), der Angehörige von Bundeswehr und Polizei zum bewaffneten Aufstand gegen die Bundesrepublik aufruft. Inzwischen wurde der Militärische Abwehrdienst (MAD) und der Verfassungsschutz aktiv. Bei dem selbsternannten Umstürzler handelt es sich aber u keinen aktiven Bundswehr-Angehörigen, wie bekannt wurde.

Der selbsternannte "Wehrwolf" ruft Bundeswehr- und Polizeiangehörige zum bewaffneten Widerstand auf.
Der selbsternannte "Wehrwolf" ruft Bundeswehr- und Polizeiangehörige zum bewaffneten Widerstand auf.Youtube Screenshot

Attila Hildmann selbst veröffentlichte ein Konvolut wirrer Verschwörungstheorien als Audiobotschaft unter dem Titel "Mein Kampf" (in Anlehnung an das Manifest Adolf Hitlers). Auch dort spinnt er sich eine Verschwörung von George Soros, Bill Gates und Angela Merkel zurecht. Der Antisemitismus wird dabei längst offen zur Schau getragen.

"Thronfolge"-Streit unter Reichsbürgern

Die Anhänger der rechtsextremen Reichsbürger-Bewegung, der neben Attila Hildmann auch Xavier naidoo angehört, wollen das Deutsche Kaiserreich wieder errichten. Die Bundesrepublik erkennen sie nicht an. Ein ideologischer Thronfolge-Streit entzweit allerdings Hildmanns und Naidoos Anhänger.

In Online-Petitionen fordern manche, dass Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen - Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Willhelm II. - zum neuen Kaiser von Deutschland ausgerufen werde. Naidoo hingegen spricht sich in seinem Telegram-Kanal gegenüber seiner Gemeinde gegen den Hohenzollern-Prinzen aus. Dieser sei selbst Mitglied der ominösen "Globalisten", wie er einmal in einem Buch gelesen habe.

➤ Xavier Naidoo bevorzugt den selbsternannten "König von Deutschland" Stefan Ratzeburg für die imaginierte Thronfolge. Dieser 58-jährige ehemalige Heizungsbauer behauptet seit Jahren, vom Haus Hohenzollern abzustammen und daher der rechtmäßige König von Preußen zu sein. Für diese steile These fand er offenbar einige Anhänger in der Reichsbürger-Szene.

Der Hohenzollern-Prinz Georg Friedrich Ferdinand hat indes schon längst jegliches Interesse an politischen Ämtern dementiert. Attila Hildmann ist der Thronfolge-Streit unter den Reichsbürgern relativ egal. Er sieht ohnehin sich selbst als Anführer seines deutschen Reiches, wie er wiederholt erklärte.

Keine Lust auf Kaiser-Spiele: Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen, Oberhaupt des Hauses Hohenzollern
Keine Lust auf Kaiser-Spiele: Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen, Oberhaupt des Hauses Hohenzollernpicturedesk.com
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