AUA bereitet sich auf Impfstoff-Transport vor

Die Maschinen der AUA bleiben weiterhin am Boden.
Die Maschinen der AUA bleiben weiterhin am Boden.picturedesk.com
Der Coronavirus-Impfstoff könnte auch von Austrian Airlines nach Österreich transportiert werden. Entsprechende Vorbereitungen seien bereits im Gange.

Am Sonntag wird europaweit mit dem Impfen gegen das Coronavirus begonnen, so auch in Österreich. Dafür muss der Impfstoff erst hier eintreffen. Jener könnte sogar von Austrian Airlines nach Österreich transportiert werden. Entsprechende Vorbereitungen seien bereits im Gange, teilte Christian Steyer, Verantwortlicher für die Fracht bei der AUA, mit. Eine Herausforderung, die er sieht, sei die Kühlung mit Trockeneis.

Der Impfstoff von Pfizer und Biontech muss bei minus 70 Grad gelagert werden. Auch bei dem Transport muss dafür gesorgt werden, dass der Impfstoff ausreichend gekühlt wird. Steyer erläuterte, warum er die Kühlung mit Trockeneis als Herausforderung sieht. Das Trockeneis gehe aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften direkt vom festen in gasförmigen Zustand über und setze Kohlendioxid frei. Diese sogenannte Sublimation limitiere die Menge, die mittransportiert werden dürfe. In der Frage sei die Airline daher sowohl mit Flugzeughersteller Boeing als auch mit der europäischen Flugsicherheitsagentur EASA im Austausch.

"Planmäßig unterwegs"

Ein Kriterium sei die Sublimationsrate. Je niedriger diese beim verwendeten Trockeneis sei, desto mehr dürfe an Bord, schilderte Steyer. Bei der Boeing 777 könnten es auf einem reinen Frachtflug bis zu drei Tonnen sein. Das sei von Boeing "abgesegnet". Da Kohlendioxid natürlich auch im Frachtraum freigesetzt werde, gebe es zudem entsprechende Vorschriften, die festlegen, wie lange etwa die Türen offen sein müssten, ehe mit einer gefahrlosen Entladung begonnen werden dürfe.

Die AUA, ihre Mutter Lufthansa und Lufthansa Cargo würden sich mit den Themen auseinandersetzen, "um gewappnet zu sein", betonte Steyer. Allerdings erwarte er für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge keine Aufträge zum Impfstoff-Transport. Innerhalb Europas werde eher auf Trucks zurückgegriffen und somit der Straßenweg genützt werden. "Wir tun alles, um uns vorzubereiten", wenn das Unternehmen gefragt sei, fügte der AUA-Frachtverantwortliche hinzu. 

"Wir sind planmäßig unterwegs."

Nach wie vor umgebaut im Einsatz ist die Boeing 777 mit dem Kennzeichen OE-LPA. Laut Steyer werden mit ihr weiterhin Schutzmasken sowie -kleidung aus China eingeflogen. Seit Anfang Dezember gebe es wieder jeden zweiten Tag eine Luftbrücke. Buchungen seien vorerst bis Mitte Jänner vorhanden.

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