AUA-Betriebsversammlung verursacht Verspätungen

Eine Betriebsversammlung der kompletten Belegschaft der Austrian Airlines, die am Freitagvormittag am Flughafen Wien stattfindet, wirft schon ihren Schatten voraus. Vier Flüge, darunter einer nach Frankfurt, wurden bereits gecancelt. Im Lauf des Tages kann es zu einigen Verspätungen kommen.

Die Stimmung der Teilnehmer beim Eintreffen zur Versammlung war heute gedämpft, anders als bei ähnlichen Versammlungen der letzten Wochen und Monate.

Insgesamt sind für Freitag 423 Flüge geplant. Neben den vier Ausfällen werden die Starts nach Tel Aviv, Washington und Toronto von halb elf um zwei bis zweieinhalb Stunden nach hinten verschoben. Unklar ist nach wie vor, wie lange die Betriebsversammlung dauern wird. Der Saal sei für den ganzen Tag gemietet, hieß es.

Die Befürchtungen vieler Passagiere beschwichtigt die AUA beschwichtigt: Für den Fall weiterer Ausfälle sei man mit Aushilfen der Lufthansa gerüstet. Bereits vergangenen Samstag musste die deutsche Mutter-Airline einspringen, da die AUA wegen "Crew-Mangels" zwei Frankfurt-Flüge streichen musste.

"Die Situation spitzt sich zu"

Unterdessen pocht der Betriebsrat nach wie vor auf Gespräche mit dem Vorstand über sein Angebot eines Sparpakets für das fliegende Personal. Das Management hat dieses Angebot jedoch schon Ende April abgelehnt, die Abgeltung von Abfertigungs- und Pensionsansprüchen hätte rund 160 Millionen Euro gekostet.
Dass die AUA ihren Flugbetrieb per 1. Juli zur kostengünstigeren Tochter Tyrolean auslagert, ist für ihre Piloten und Flugbegleiter ein rotes Tuch. "Die Verunsicherung wächst", so Bordbetriebsratschef Karl Minhard. Dass der Vorstand versuche, die Mitarbeiter in Einzelgesprächen vom Betriebsübergang zu "überzeugen", erhöhe die Verunsicherung nur weiter. Minhard: "Die Situation im Unternehmen spitzt sich zu."
Gespräche

Um den Übergang zur Tyrolean noch zu stoppen, will sich der Betriebsrat diese Woche erneut um ein "ernsthaftes" Gespräch bemühen. "Wir stehen für eine Verhandlungslösung bereit - bis zuletzt", so Minhard. Dazu die AUA: "Wir laden den Betriebsrat ein, mit uns über die Zukunft des Unternehmens zu sprechen." Damit ist der jetzige Betriebsübergang sowie ein späterer Konzern-Kollektivvertrag gemeint.

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