AUA spart Mediziner für Notfälle weg

Das Sparprogramm der Lufthansa-Tochter AUA gefährdet jetzt ein Programm zur besseren medizinischen Versorgung von Passagieren.

Die Plattform "Doc on Board" führt in Kooperation mit der AUA Zusatzausbildungen für Ärzte durch, damit die Mediziner bei einem Notfall über den Wolken effizient helfen können. Die AUA will dem Projekt aus Kostengründen die Trainingseinrichtungen nicht mehr wie bisher gratis zur Verfügung stellen.
Statistisch gesehen ist bei rund 75 Prozent aller Flüge zumindest ein Arzt unter den Passagieren. Kommt es aber tatsächlich zu einem medizinischen Notfall an Bord, sind die Ärzte oft nicht optimal geschult - denn die Versorgung von Patienten in 10.000 Metern Reiseflughöhe ist eine völlig andere als am Boden, erklärt der Flugmediziner David Gabriel, Gründer der Ärzte-Fortbildungsplattform "Doc on Board".



Schulungsräume nicht mehr gratis

Deshalb bietet "Doc on Board" in Kooperation mit der AUA seit acht Jahren spezielle Ärztekurse für Notfälle in Flugzeugen an, die auch von der Ärztekammer anerkannt werden. Ein Kurs bei "Doc on Board" kostet etwa 550 Euro. Rund 1.000 Mediziner haben bisher daran teilgenommen und schon in mehreren Ernstfällen helfen können. Die AUA hat dem Projekt bisher die Trainingsräume und -geräte zur Verfügung gestellt - und zwar gratis. Das soll sich jetzt ändern.
Wegen des strikten Sparkurses, den die defizitäre Lufthansa-Tochter eingeschlagen hat, soll "Doc on Board" künftig Gebühren für die Benutzung der AUA-Trainingseinrichtungen zahlen.

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