Für Reisende aus Kärnten gibt es ab dem Winter weniger Auswahl: Die Austrian Airlines (AUA) reduzieren ihre Flugverbindungen zwischen Klagenfurt und Wien von derzeit elf auf nur noch sechs pro Woche. Das bestätigt der Flughafen Klagenfurt.
Flughafen-Chef Maximilian Wildt spricht laut ORF dennoch von einer positiven Nachricht. Die wichtige Umsteigeverbindung über das Drehkreuz Wien bleibe erhalten. Von November bis März stehen damit allerdings fünf Verbindungen weniger als bisher zur Verfügung, das Angebot wird damit fast halbiert.
Zusätzlich streicht die AUA im Winterflugplan 2026/27 mehrere sogenannte Nightstops. Dabei bleiben Flugzeug und Crew nach einer späten Abendverbindung über Nacht am Zielort. Betroffen sind neben Klagenfurt auch Kopenhagen, Warschau und Krakau.
Der Nightstop in Klagenfurt war bereits im Sommerflugplan 2026 über elf Kalenderwochen aus Kostengründen ausgesetzt worden. Trotz des endgültigen Wegfalls ab 25. Oktober 2026 bleibt Klagenfurt mit sechs wöchentlichen AUA-Flügen an das Drehkreuz Wien angebunden. Zusätzlich gibt es sieben tägliche AIRail-Verbindungen zwischen dem Klagenfurter Hauptbahnhof und dem Flughafen Wien. Fluggäste, deren Buchung vom Wegfall des Nightstops betroffen ist, werden von der AUA kontaktiert und umgebucht.
Ab April 2027 soll das Angebot laut Flughafen Klagenfurt wieder deutlich ausgeweitet werden. Im Sommerflugplan sind dann 13 Flüge pro Woche zwischen Klagenfurt und Wien vorgesehen.
Trotz der geringeren Zahl an Flügen stehen auf der Strecke künftig insgesamt mehr Sitzplätze zur Verfügung. Laut Flughafen werden 125.000 Sitzplätze angeboten, das sind rund 30.000 mehr als in den Vorjahren. Grund dafür ist der Einsatz von Embraer-Jets, die deutlich mehr Passagiere befördern können als die bisher verwendeten Propellermaschinen.
Die Kürzung in Klagenfurt ist Teil einer größeren Entwicklung im heimischen Luftverkehr. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen (AÖV) hin. Nach der angekündigten Einstellung der Verbindung Graz-Wien sowie dem Wegfall weiterer Strecken in den vergangenen Monaten verliere Österreich Schritt für Schritt an internationaler Anbindung.
AÖV-Präsident Julian Jäger sieht darin ein Warnsignal für den Luftfahrtstandort Österreich. Während das Passagieraufkommen in Europa wachse und andere Länder neue Flugverbindungen anziehen würden, verliere Österreich bestehende Strecken. Der Flugverkehr verschwinde nicht, sondern verlagere sich in Länder mit attraktiveren steuerlichen Rahmenbedingungen. Die vom Verkehrsministerium angekündigten Entlastungen seien ein erster Schritt, würden aus Sicht der AÖV aber nicht ausreichen. Gefordert werden weitere Maßnahmen, darunter eine Abschaffung oder zumindest deutliche Senkung der nationalen Flugabgabe.
Auch AÖV-Vizepräsident Wolfgang Grimus warnt vor den Folgen für die Regionen. Gerade für exportorientierte Bundesländer seien verlässliche Flugverbindungen ein wichtiger Standortfaktor. Gehen solche Strecken verloren, könne das Unternehmen Zeit kosten und sich auf internationale Geschäftsbeziehungen auswirken. Zudem dauere es oft viele Jahre, verlorene Verbindungen wieder zurückzuholen oder neue Flugziele zu gewinnen.