AUA und Niki fordern Aus für Flugticket-Steuer

Bild: Reuters

Die Airlines AUA und Niki treten einmal mehr für das Aus der 2011 eingeführten Flugabgabe ein. Niki-Geschäftsführer Christian Lesjak sieht Schäden für den Tourismusstandort. Auch die sechs österreichischen Flughäfen würden unter der Ticketsteuer leiden. Ohne sie gäbe es jede Menge neue Jobs.

Die und geben ihn an die Flughäfen weiter, so das Argument. Was wieder schlecht für den Wiener Airport ist, er steht im Wettbewerb mit Zürich und München. Auch die Regionalairports würden unter der zusätzlichen Belastung leiden, Airlines strichen bereits Flüge und Destinationen.

Airports im Minus

"2012 hatten alle Bundesländer-Flughäfen ein Minus zu verzeichnen", erklärte der Gerhard Kunesch vom Flughafen Linz: "Heuer wird es die meisten voraussichtlich wieder mit einem Minus erwischen." Am dramatischsten fiel das Minus am Klagenfurt Airport in Kärnten aus: 2012 fertigte der kleinste heimische Flugplatz nur noch 280.434 Passagiere ab - um ein Viertel weniger als noch ein Jahr davor.

Passagier trägt nur Teil

Aus Sicht der Branche das Hauptproblem: Die Airlines könnten wegen des harten Preiskampfs die Ticketsteuer nicht zur Gänze dem Passagier umhängen. "Deswegen müssen wir dem Kunden ein Angebot machen, bei dem wir die Ticketsteuer bezahlen", erklärte Albrecht. Er gab für die AUA eine Belastung von 35 Mio. Euro an, Lesjak nannte 20 Mio. Euro für Niki. Selbst bei Flugtickets, die mehrere hundert Euro kosten, bleibe den Fluglinien unterm Strich oft weniger als fünf Euro pro Passagier.

Aus für Steuer bringt 3.360 Jobs

Die Branche baut auf eine beauftragte Studie von Oxford Economics, wonach eine Abschaffung der Abgabe 6,5 Mio. Euro mehr in die Staatskassen spülen würde. 2012 strich Österreich laut heutigen Angaben 107 Mio. Euro ein, heuer wird mit 102 Mio. Euro gerechnet. Allerdings entgehe dem Staat dadurch die Chance auf noch mehr Geld: Ohne Ticketsteuer gebe es 1,1 Millionen Passagiere und 3.360 Jobs mehr, hieß es heute.

2010 hatte Deutschland eine solche Ticketsteuer beschlossen, kurz darauf zog Österreich nach. Jäger, Kunesch, Albrecht und Lesjak wünschen sich nun eine "österreichische Entscheidung" und "Mut" gegenüber Deutschland. "Das wäre auch eine ganz klare Botschaft an die deutschen Eigentümer unserer zwei wichtigsten Airlines", hofft Jäger auf einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Deutschland bei einem Alleingang der nächsten österreichischen Regierung.

Einige Staaten streichen die Steuer

In Österreich werden derzeit auf der Kurzstrecke sieben Euro pro Abflug fällig, auf der Mittelstrecke sind es 15 Euro und auf der Langstrecke 35 Euro. In Deutschland sind die Abgaben um 50 Cent (Kurzstrecke) bzw. um rund sieben bis acht Euro (Mittel- und Langstrecke) höher. Erst kürzlich habe Irland beschlossen, ab April 2014 keine drei Euro pro Flug mehr einzuheben, wurde heute betont. Auch in Holland sei die Ticketsteuer wieder Geschichte.

Die heimischen Flughäfen und Fluggesellschaften haben in den letzten Tagen bereits einen Forderungskatalog an 30 Politiker verschickt, unter anderem an die zuständigen Minister und Klubchefs. Darin fordern sie auch eine raschere Umsetzung des einheitlichen Luftraums über Europa (Single European Sky) und eine bessere Anbindung der Luftverkehrs an das internationale Schienennetz.

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