Auch 2. Einkaufssamstag schlechter als 2010

Der zweite Adventsamstag hat in Wien rund 750.000 Kaufwütige und damit um 70.000 mehr als am vergangenen Samstag in die Shoppingmeilen gelockt. Allerdings lag die Bundeshauptstadt - wie bereits in der Vorwoche - damit erneut leicht unter dem Vorjahresniveau von 770.000 Personen.

Trotzdem bewerteten die Kaufleute die heutigen Umsatz- und Frequenzzahlen durchschnittlich mit der Schulnote Zwei, wie Wiens Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank in einer Aussendung mitteilte. Zufriedenheit, wenn auch nicht Euphorie, wurde auch in den Einkaufszentren signalisiert. Von der erhöhten Frequenz profitierten laut Kammer nicht nur die Innenstadt, die Innere Mariahilfer Straße oder die Meidliger Hauptstraße, sondern auch Geschäfte in den Außenbezirken, etwa in der Taborstraße oder Hietzinger Hauptstraße.

Kundennachfrage bestand vor allem bei Spielwaren, Büchern, Parfümerieartikeln und Unterhaltungselektronik. Bei teuren Accessoires zeigte man sich aber offenbar noch zurückhaltend. Uhren und Schmuck würden traditionell erst kurz vor Weihnachten gekauft, wusste die Kammer. Großteils Zufriedenheit herrschte am zweiten Einkaufssamstag auch in den Wiener Einkaufszentren. In Wiens größtem Shoppingcenter, dem Donauzentrum (DZ), brummte das Weihnachtsgeschäft schon etwas lauter als in der Vorwoche.

Center-Manager Christoph Stoll sprach von einer Frequenzsteigerung von rund zehn Prozent, wobei sich die Kundschaft nicht nur mit Schauen begnügt: "Kauflust ist gegeben." Somit liege man auch bei den Umsätzen etwas höher als am ersten Einkaufssamstag. "Die Krise in den Schlagzeilen ist noch keine Krise in den Köpfen", zeigte sich Stoll "zufrieden". Vor allem Elektronik, Spielwaren und Dekoartikel wie Christbaumbehang oder Geschenkpapier wanderten im DZ über den Ladentisch.

Zufriedenheit versprühte auch Richard Lugner, wobei es in seiner Lugner-City am Gürtel "noch nicht aufregend" laufe, wofür der Hausherr vor allem das Wetter verantwortlich machte: "Es fehlt die Weihnachtsstimmung. Es ist nicht kalt und es liegt noch kein Schnee." Dennoch liege man über Vorjahresniveau, wenn auch "nicht sehr viel". Dieser Samstag sei jedenfalls "wesentlich besser" als der vergangene, da mittlerweile auf den meisten Konten das Weihnachtsgeld gelandet sei. Gekauft würden etwa TV-Geräte, Spielkonsolen, "Schminkkoffer", Düfte und nicht zuletzt Süßigkeiten: "Wir haben ein billigeres Publikum. Bei uns kaufen die Leute keinen Kaviar", analysierte Lugner.

In Sachen Sportausrüstung sind Skier derzeit nicht unbedingt der Renner, da hier vermehrt ausgeliehen werde - im Gegensatz zu Skischuhen, "weil man sich ja keine Schweißfüße holen will". Pistentaugliche Geräte erwiesen sich auch im Stadion Center noch einigermaßen als Ladenhüter. Laut Center-Mangerin Katharina Kammerer hat das Sportgeschäft "noch nicht angezogen", da der Schnee bisher ausgeblieben sei. Gut ging hingegen die Nikolo- und Krampusware sowie der Gutscheinverkauf.

Frequenzmäßig liege man "ziemlich punktgenau" im Bereich des Vorjahres, versicherte Kammerer. Die Händler im Einkaufszentrum nahe dem Happel-Stadion würden außerdem von einer "positiven Entwicklung" hinsichtlich des Umsatzes sprechen. Man sei generell sehr zufrieden. Heuer erstmals mischt auch das erst kürzlich eröffnete Einkaufszentrum am Gelände des revitalisierten Westbahnhofs im Weihnachtsgeschäft mit. Center-Manager Ralph Teuber versicherte, dass man - wie schon am vergangenen Samstag - auch diesmal deutlich über den Erwartungen liege. Heute laufe es noch stärker als am ersten Adventsamstag. Winterschuhe, Spielwaren, Unterhaltungselektronik und Bekleidung seien gefragt.

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