Die Front gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino wächst weiter. Am Freitag schloss sich auch die Asiatische Fußball-Konföderation (AFC) der Kritik aus Europa sowie Nord- und Mittelamerika an und stellte sich offen gegen den Investorenplan des Weltverbandes. Damit ist nun eine Mehrheit der 211 Länderverbände gegen die WM-Pläne des Schweizers.
In einer Stellungnahme äußerte der Verband seine "tiefe Besorgnis" über das Vorhaben und kritisierte gleichzeitig die Entscheidungsprozesse innerhalb der FIFA.
Mit der dem asiatischen Verband wächst der Widerstand auf ein gewaltiges Ausmaß an. Gemeinsam vertreten UEFA (55 Verbände), CONCACAF (41) und AFC (40) nun 136 der insgesamt 211 FIFA-Mitglieder.
Medienberichten zufolge müssen die Verbände bis zum 19. September über Infantinos Vorhaben abstimmen. Eine einfache Mehrheit soll genügen, damit die FIFA Anteile an ihren Bewerben an private Investoren verkaufen kann – andersherum reicht aber auch eine einfache Mehrheit gegen den Plan, um Infantino zum Scheitern zu bringen.
Besonders deutliche Worte fand die AFC mit Blick auf den eskalierenden Streit zwischen den Verbänden. "Dass die Situation so weit eskaliert ist, dass ein Boykott der WM öffentlich diskutiert wird, sollte jeden beunruhigen, dem die Zukunft unseres Sports am Herzen liegt. Der Fußball hätte niemals in eine solche Lage geraten dürfen."
Nach Ansicht der Asiaten fehle dem Projekt mittlerweile die notwendige Unterstützung im Weltfußball. Angesichts der klaren Ablehnung durch UEFA und CONCACAF könne der Plan "nicht den notwendigen breiten Konsens" erreichen.
Der Weltverband hält trotz der massiven Kritik an seinen Plänen fest. Erst am Freitag betonte die FIFA erneut, es handle sich um einen "offenen und demokratischen Konsultationsprozess", der durch "fehlerhafte Berichterstattung in den Medien" verzerrt worden sei.
Außerdem bekräftigte der Verband: "Niemand verkauft den Fußball."
Für die AFC offenbart die Debatte jedoch grundlegende Probleme innerhalb der FIFA. Der Kontinentalverband fordert umfassende Reformen der Entscheidungsprozesse – und versetzt Infantinos Milliardenprojekt damit den nächsten schweren Rückschlag.