Mancherorts kann man in Österreich bereits im T-Shirt ins Freie gehen. Doch sind Temperaturen von 20 Grad im Februar ein Zeichen dafür, dass der Klimawandel immer größere Temperaturschwankungen mit sich bringt? Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ging dieser Frage nach.
Johann Hiebl und Michael Hofstätter erforschten, ob das Wetter in den letzten Jahren immer verrückter wurde. Dafür zogen sie die Wetterdaten der letzten 140 Jahre von den Wetterstationen in Wien, Kremsmünster, Innsbruck, Graz und Sonnblick heran.
Das Ergebnis ist überraschend. "Zumindest was die Temperatur betrifft, wird das Wetter nicht verrückter. In den letzten 140 Jahren ist es zwar deutlich wärmer geworden, aber die Temperaturschwankungen haben nicht zugenommen. Klimaerwärmung bedeutet also nicht zwingend einen heftigeren und häufigeren Wechsel von warmen und kalten Wetterphasen", so Hofstätter.
Ein anderer Aspekt erstaunte die Forscher aber noch mehr. "Die Wechselhaftigkeit der Temperatur ist in den letzten Jahrzehnten zwar ganz leicht gestiegen, aber im 19. Jahrhundert war sie auf einem gleich hohen Niveau – lange vor der vom Menschen hauptverursachten Klimaerwärmung", erklärt Hiebl.