Audi befindet sich in einer schweren Krise: Im dritten Quartal 2026 konnte der Autobauer laut eigenen Angaben nur knapp einen Verlust vermeiden. Nach Steuern blieben noch 95 Millionen Euro übrig – das sind 87 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat Audi seine Prognose nach unten korrigiert. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern nur noch drei bis fünf Prozent Umsatzrendite und einen Umsatz zwischen 55 und 59 Milliarden Euro. Im Juli war man noch von fünf bis sieben Prozent Rendite und 58 bis 63 Milliarden Euro Umsatz ausgegangen, wie futurezone.at unter Berufung auf bild.de berichtet.
Von Jänner bis September sank der Umsatz um über sechs Milliarden auf 42 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis fiel von 1,56 auf 1,15 Milliarden Euro, die Rendite betrug nur noch 2,7 Prozent. Finanzchef Jürgen Rittersberger betonte: "Der Handlungsbedarf bei Audi ist groß und duldet keinen Aufschub."
Hauptgrund für den Gewinneinbruch ist die schwächelnde Nachfrage in China, insbesondere bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Weltweit lieferte Audi im dritten Quartal fast 20 Prozent weniger Autos aus. Zusätzlich wirkt sich die Zollpolitik der USA negativ aus: Da Audi bislang keine Autos in den USA produziert, musste der Konzern zuletzt Zölle in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro zahlen.
Für das vierte Quartal setzt Audi auf eine Erholung. "Wir erwarten ein deutlich stärkeres viertes Quartal", so Rittersberger. Insbesondere die neuen SUV-Modelle Q7 und Q9 in den USA sollen für Impulse sorgen.
Für Aufsehen sorgte zuletzt Audi-Chef Gernot Döllner, der bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Trump in Georgia auftrat. Dort wurde ein neues Audi-Werk angekündigt: Rund vier Milliarden Dollar sollen investiert, 4500 Jobs geschaffen und jährlich bis zu 200.000 SUV produziert werden.
Der Auftritt stieß in Deutschland auf Kritik. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo warf Döllner "aktive Wahlkampfhilfe" vor, IG-Metall-Chefin Christiane Benner nannte das Vorgehen "politisch inakzeptabel". Linken-Chef Luigi Pantisano forderte Döllners Rücktritt. Rittersberger betonte allerdings, das Werk sei "keine Entscheidung gegen Deutschland". Die endgültige Entscheidung muss noch der VW-Aufsichtsrat treffen.
In Deutschland sollen laut Audi bis 2029 bis zu 7500 Stellen wegfallen. Anfang Oktober aktivierte Döllner zudem die sogenannte Schlechtwetterklausel, wodurch auch die Beschäftigungsgarantie bis 2033 und weitere Sparmaßnahmen zur Debatte stehen.