Tierische Schädlinge

Auf der Mauer, auf der Lauer – Hochsaison der Bettwanze

Der Titel stimmt eigentlich nicht, denn die folgende Wanze sitzt gar nicht auf der Mauer, sondern in unseren Matratzen. 

Heute Tierisch
Auf der Mauer, auf der Lauer – Hochsaison der Bettwanze
Bei Schädlingsbekämpferin und Tatortreinigerin Kamila Anna Horvath-Karwas steht seit Tagen das Telefon nicht mehr still.
©iStock, Symbolbild - Montage Heute

Auch wenn die sogenannte "Bettwanze" wesentlich häufiger in den Tropen vorkommt, fühlt sie sich durchaus auch in österreichischen Schlafzimmern sauwohl. Zwischen Matratzen schlummert das Tierchen, bis ein Warmblüter - wie wir Menschen - sich zur Ruhe bettet und zur leckeren Blutmahlzeit wird. Bleibt der Mensch aus, ernährt sich die Wanze auch gerne von Hund und Katz'. Schädlingsbekämpferin und Tatortreinigerin Kamila Anna Horvath-Karwas erwähnt eine derzeitige Hochsaison der Blutsauger

Bettwanzen breiten sich rasant aus
Kamila Anna Horvath-Karwas
Schädlingsbekämpferin

Nicht immer gleich erkennbar

Rote Flecken, kleine Bisse - Bei der Schädlingsexpertin steht seit Tagen das Telefon nicht mehr still. Der Grund? Mehrmals pro Tag muss sie zur Bettwanzenbekämpfung in ganz Österreich ausrücken. "Bettwanzen breiten sich rasant aus. Nicht selten werden die Schädlinge mit dem Reisgepäck in die eigenen vier Wände eingeschleppt".

Ein einzelnes Weibchen kann eine ganze Population begründen. Sehr oft ist es jedoch so, dass ein Befall nicht rechtzeitig erkannt wird, weil ein Hautausschlag nicht immer sofort auftritt. Ein Indiz für die Wanze könnten jedoch auch Kotspuren im Bett sein, wodurch man bei Diagnose sofort und effektiv die Bekämpfung starten sollte, um eine Ausbreitung zu verhindern. 

"Keine Gnade" 

Horvath-Karwas rät grundsätzlich nach der Rückkehr aus dem Urlaub oder der Geschäftsreise davon ab, Reisegepäck in das Schlafzimmer zu tragen. Nicht übersehen werden sollte, dass Bettwanzen nachtaktiv und daher bei Tag nicht zu entdecken sind. Oft werden die kreativen Schlafplätze der Bettwanze unterschätzt, denn sie schlummert auch gerne in den Ritzen der Sitzgelegenheiten in den Öffis und kann sogar vom Bus in die eigenen vier Wände geschleppt werden.  

Bei Bettwanzen saugen Weibchen sowie Männchen unser Blut. Nach ihrer Mahlzeit bleiben sie jedoch nicht wie andere Parasiten am Körper haften, sondern wandern zurück in ihr Nest bis sie wieder hungrig sind. 

Sind Bettwanzen schon länger aktiv, dann breitet sich in den Räumlichkeiten ein süßlicher Geruch aus. Grundsätzlich empfiehlt die Schädlingsbekämpferin regelmäßig die Bettwäsche zu wechseln und auch mit Ätherische Ölen oder Duftkerzen eine Ausbreitung kurzfristig einzudämmen. Darüber hinaus sollte man darauf achten, dass das Bett keinen direkten Kontakt zur Wand hat, da Bettwanzen nicht fliegen können und sich dann sogar ins Mauerwerk vertschüssen. Textilien sollten bei mindestens 60 Grad, 30 Minuten in der Waschmaschine gewaschen werden.

red
Akt.