Philharmoniker-Star geigt auch als DJ im Club auf

"Heute"-Redakteure Amra Duric und David Slomo trafen Wiener Philharmoniker Kirill Kobantschenko auf einen Punsch.
Er spielt nicht nur die erste Geige bei den Wiener Philharmonikern, sondern geigt auch in Clubs ordentlich auf. "Heute" traf Kirill Kobantschenko auf einen Punsch bei den Ringstraßen-Galerien.
Die Musik wurde ihm quasi in die Wiege gelegt: Kirill Kobantschenko, einer der ersten Geiger bei den Wiener Philharmonikern, wurde in Odessa (Ukraine) geboren. Seine Mutter, klassische Pianistin, sein Vater, Jazzmusiker. Im zarten Alter von fünf Jahren begann der heute 41-Jährige schließlich mit dem Violinunterricht und machte die Geige zu seinem Beruf. Seit 2004 ist Kobantschenko Mitglied der Wiener Philharmoniker. Beim diesjährigen Neujahrskonzert spielt er aber ausnahmsweise nicht auf. Wie der Musiker heuer Silvester feiert, was er sich vom neuen Jahr erwartet und welche Songs er gerne in Clubs spielt, erzählte er den "Heute"-Redakteuren Amra Duric und David Slomo bei einem Punsch.

"Die Staatsoper ist quasi mein Zuhause"



Warum wir uns bei den Ringstraßen-Galerien auf einen Punsch treffen, liegt für Kobantschenko eigentlich auf der Hand. "Ich arbeite gleich hier. Die Staatsoper ist quasi mein Zuhause. Hier verbringe ich viel mehr Abende, als daheim. Den Gang zwischen Staatsoper und Musikverein lauf ich an sieben Tagen sicher 30 Mal auf und ab." Dass die Weihnachtszeit vorbei ist, dürfte den 41-Jährigen freuen. Im Interview gestand der Musiker, dass ihn Weihnachten "stresst". Lieber blickte er auf das vergangene Jahr zurück. "Das Jahr war musikalisch sehr, sehr intensiv." Und zwar wirklich: Philharmonikerball, zehnjähriges Jubiläum seines Ensembles "Plattform K+K Vienna" im Wiener Musikverein, Salzburger Festspiele, Auftritte in Japan, Auftritt im Pausenfilm des Neujahrskonzerts 2020 – und die Planung für die kommende Saison wurde ebenfalls schon eingeläutet.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Feiert man eigentlich Silvester, wenn man das Neujahrskonzert spielt?

Dieses Jahr kann Kobantschenko beim Jahreswechsel ordentlich Gas geben – denn er wird heuer nicht beim Neujahrskonzert auftreten. "Wenn man nicht das Silvesterkonzert oder das Neujahrskonzert spielt, spielt man die Fledermaus in der Oper. Also man spielt auf jeden Fall am 31.12. und meistens auch am 1.1. Heuer habe ich zum ersten Mal überhaupt ganz frei, was mich natürlich sehr freut, weil das passiert eigentlich nie. Da kann man dann ohne Druck und ohne auf die Uhr zu schauen feiern." Und wenn man das Neujahrskonzert spielt, darf man dann ein Gläschen trinken? "Naja, man darf schon. Aber ich pass da wahnsinnig auf. Man geht dann eher früh ins Bett, weil die innere Uhr dann sagt: gemma!"

Vom Kaffeesiederball in die Disco



Seit 2008 ist Kobantschenko auch Leiter seines Kammermusik-Ensembles "Plattform K+K Vienna". Am 14. Februar eröffnet er mit seinen Mitstreitern den 63. Wiener Kaffeesiederball mit „Beethoven – reflected" – eine Hommage an Ludwig van Beethoven. Seit Wochen wird für den Ball auf Plakaten geworben – mit Kobantschenko als Testimonial. "Ich hab das Plakat eigentlich nur auf von Freunden zugeschickten Fotos gesehen. Es gefällt mir aber sehr gut." Wenn der Primgeiger nicht gerade auf der Bühne der Staatsoper steht oder probt, dann findet man ihn hinter dem DJ-Pult. Ohne Geige, dafür aber mit Elektro-Sound. "Ich bin sehr gerne in der Disco zu Hause, aber schon elektronischer. Ein Sound, den man auch in großen Clubs spielen kann."

Unzählige Konzerte und Auftritte in Russland



Was Kobantschenko spielen würde, wenn er nicht Geiger wäre? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: "Schlagzeug! Ich wollte immer Schlagzeuger werden. Aber vielleicht lerne ich das dann irgendwann einmal mit meinem Sohn." Ob er so bald Zeit dafür findet, ist eher ungewiss. Bereits jetzt ist das ganze nächste Jahr fast komplett durchgeplant. "Philharmonikerball, Kaffeesiederball, dann haben wir ein ganz tolles Konzert im Mai im Wiener Musikverein mit Ian Bostridge. Wenn alles klappt sind wir im April bei einem ganz großen Festival in Russland. Ich hoffe, dass sich im Sommer auch wieder etwas bei den Salzburger Festspielen ergibt. Dann spielen wir auch in Grafenegg, also ich habe auf jeden Fall alle Hände voll zu tun."

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