Steiermark

Aufgedeckt: Sozialmärkte wurden schon 2021 gestürmt

Die Inflation treibt viele Menschen zur Verzweiflung. Ein nun veröffentlichter Bericht zeigt, dass das Leben auch 2021 für viele schwer leistbar war. 

Tobias Kurakin
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Bereits 2021 wurden Sozialmärkte mehr in Anspruch genommen.
Bereits 2021 wurden Sozialmärkte mehr in Anspruch genommen.
ARIS OIKONOMOU / AFP / picturedesk.com

Die Teuerungswelle bringt immer mehr Menschen dazu, in Sozialmärkten einzukaufen oder auf die Unterstützung der Caritas zurückzugreifen – "Heute"  hat berichtet. Nun veröffentlichte Zahlen der Caritas Steiermark zeigen, dass die Lage schon im Jahr 2021 sehr angespannt war. 

20 Prozent mehr Kunden bei Essensausgaben

Bereits im Vorjahr sorgten steigende Mietpreise und die andauernde Pandemie für finanzielle und soziale Probleme in der Gesellschaft. Die Caritas hatte dabei stets versucht, den Hilfe-suchenden Menschen unter die Arme zu greifen und ihre Not etwas abzufedern. 

So erfolgten letztes Jahr im Grazer Marienstüberl 80.200 Essensausgaben, das entspricht einem Zuwachs von 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020. 2.225 Personen ohne Krankenversicherung wurden zudem in der Grazer Marienambulanz versorgt und 4.490 Haushalte erhielten finanzielle Soforthilfe zur Existenzsicherung. 

Besonders betroffen während der Pandemie waren auch die Schülerinnen und Schüler in der Steiermark sowie in ganz Österreich. Die Caritas unterstützte daher 2.647 von ihnen in der grünen Mark bei privaten und schulischen Problemen. 

Zahlen für dieses Jahr lassen einen weiteren Anstieg vermuten. Wie berichtet, herrscht derzeit ein regelrechter Ansturm auf die Sozialmärkte der Caritas, vor allem in Wien. So werden in der Bundeshauptstadt 24 Tonnen an Lebensmitteln jede Woche an Bedürftige ausgegeben.

Besonders die gestiegenen Energiekosten hätten viele Menschen dazu veranlasst, nun ihre Lebensmittel bei der Hilfsorganisation zu kaufen. Die Caritas appelliert indes an die Politik, mehr Maßnahmen gegen die Teuerungen zu setzen, der Energiebonus von 150 Euro alleine würde nicht ausreichen. "Einmalzahlungen helfen nicht, Armut langfristig zu bekämpfen", sagte Caritas-Präsident Michael Landau im Ö1-Mittagsjournal am Freitag.

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