Max Verstappen und Red Bull eilen in großen Schritten der Titelverteidigung in der Formel-1-Weltmeisterschaft entgegen. Der Niederländer gewann am Sonntag den Grand Prix von Frankreich vor den beiden Mercedes von Lewis Hamilton und George Russell. Charles Leclerc ging im Ferrari leer aus, liegt in der WM schon 63 Punkte hinter dem Leader.
Bitter! Für Leclerc war in Le Castellet wie schon mehrfach in dieser Saison viel mehr drin. Technische Defekte und Eigenfehler von Team und Fahrer kosteten Verstappens Widersacher heuer schon mehrfach wertvolle Punkte. Was war dieses Mal Schuld?
Leclerc flog in Runde 18 mit einem Dreher ab, landete im Reifenstapel und musste sein Rennen beenden. Er schmiss damit die Führung und den greifbaren Sieg weg. Zunächst sah alles nach einem technischen Defekt aus. Leclerc schnaufte ins Mikro, ließ am Boxenfunk einen lauten Schrei los, sprach vom selben Gebrechen wie in Spielberg. Dort hatte er seinen Sieg trotz eines feststeckenden Gaspedals ins Ziel gerettet.
Nach dem Rennen überraschte der Star mit Selbstkritik: "Es war mein Fehler." Also doch ein Eigenfehler des Piloten ...
Am Tag nach dem Rennen will das aber nicht jeder so glauben und hinnehmen. Im Netz kursieren immer noch wilde Theorien, wonach ein technischer Defekt hinter dem Ausfall stecken soll. Heftig: Leclerc wird sogar vorgeworfen, zu lügen. Er nehme Ferrari in Schutz, nehme den Crash auf seine eigene Kappe.
Was steckt dahinter? Die Verwirrung löste wohl der angesprochene Funk von Leclerc aus: "Es ist dasselbe Problem wie in Spielberg." Für viele Fans stand damit fest: Das Gaspedal klemmte wieder. Das stimmt aber nicht ganz. Der entscheidende Denkfehler: Der Monegasse sagte das, als er bereits im Reifenstapel steckte und noch verzweifelt versuchte, seinen Boliden zurück auf die Strecke zu bringen.
Auslösende Ursache für den Unfall dürfte das Problem nicht gewesen sein. In den TV-Wiederholungen weisen Ton und Verhalten des Wagens auf kein zusätzliches Anschieben des Wagens hin, wie das bei einem klemmenden Gaspedal der Fall gewesen wäre. Erst nach dem Einschlag trat der Defekt auf, der Leclerc schließlich am Weiterfahren hindern sollte.
Heißt: Als Leclerc nach dem Rennen im TV von einem Fahrfehler sprach, sagte er die Wahrheit.