Erste Bauern sperren Alm ab – Aufschrei nach Urteil

Sämtliche Bauern sind nach dem erstinstanzlichen Urteil zur tödlichen Kuh-Attacke verunsichert. Als Reaktion machen sie ihre Almen dicht. Im Netz gehen die Wogen hoch.
Wie berichtet sorgt das Urteil eines Tiroler Landwirts, der in erster Instanz zu einer Schadenersatzzahlung von 490.000 Euro verdonnert wurde, für heftige Debatten bei Österreichs Bauern.

Abgesehen davon, dass die Höhe der geforderten Geldstrafe "existenzbedrohend" sei, schreit die Landwirtschaft auf, weil das Urteil das Aus für die freie Weidewirtschaft bedeute – ein Nachteil für die Tiere und den Tourismus wird beklagt.

Im Sommer 2014 ist eine deutsche Urlauberin bei einer Wanderung mit ihrem angeleinten Hund von einer Mutterkuhherde tödlich verletzt worden. Wäre das betroffene Weiden-Gebiet eingezäunt gewesen, hätte der tragische Unfall laut Urteilsbegründung verhindert werden können.

Aufschrei bei den Bauern

Verunsicherung und vor allem Unverständnis herrscht seit dem Urteil von vergangener Woche jedenfalls bei sämtlichen Berg- und Almbauern des Landes.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Als erste Reaktion haben manche Betroffene bereits Konsequenzen gezogen und ihre Almen für Wanderer gesperrt. "Ab sofort gilt auf meinen Almflächen im Nockgebiet für Jedermann/Frau und Hund ein absolutes Betretungsverbot", hat etwa der Kärntner Thomas Seebacher für sich entschieden und am Wochenende via Facebook verkündet.

"Wir können uns solche Urteile, die vom Landesgericht Innsbruck ausgesprochen wurden, nicht leisten", begründet der Landwirt den Schritt und erntet dafür viel Beifall.



Entsetzen bei der FPÖ

Als "Katastrophe" bezeichnet der Tiroler FPÖ-Abgeordnete Markus Abwerzger das Urteil in einem Facebook-Video, das auch Bundesparteichef Heinz-Christian Strache am Dienstag geteilt hat. "Ich hoffe wirklich inständig, dass die Instanzen dieses Fehlurteil korrigieren", so Abwerzger.

Der 43-Jährige sagt weiter: "Die freilaufende Kuh gehört zur Alm, wie die almbewirtschaftenden Bauern zu Tirol. Beides ist durch diese Urteil nun in Gefahr. Ich wünsche mir einen breiten Schulterschluss aller politischen Parteien und Entscheidungsträger für die Tiroler Almbauern, für den Sommertourismus und insbesondere in der zweiten Instanz Richter mit Hausverstand und Weitblick."



Im Netz lässt das "praxisferne Urteil", wie viele User schimpfen, die Emotionen jedenfalls hoch kochen, wie die zahlreichen Beiträge und Kommentare zum Thema belegen.



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