Niederösterreich

Aufstand wegen neuem Kindergarten in Klosterneuburg

16 Gruppen muss Klosterneuburg aufgrund der neuen Landes-Offensive schaffen. Ein Kiga soll auf einem Acker entstehen. Anrainer laufen nun Sturm.
Isabella Nittner
27.04.2023, 12:38
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Die Kindergarten-Offensive des Landes Niederösterreich bringt die Stadtverwaltung in Klosterneuburg gehörig ins Schwitzen. Wie berichtet, sollen Kinder ab zwei Jahren bereits einen Kindergartenplatz bekommen, zusätzlich soll die Größe der Gruppen reduziert werden, um die Betreuungsqualität zu verbessern.

"Stegleiten" als Zankapfel

In Klosterneuburg, der drittgrößten Stadt in Niederösterreich, bedeutet das: 16 neue Gruppen! Und die müssen erst aus dem Boden gestampft werden. Zwei Kindergärten werden neu gebaut (der bereits bestehende in der Langstögergasse wird erneuert, weiters kommt ein Kiga auf das ehemalige Weilguni-Areal, Anm.), zusätzlich muss die bereits bestehende Infrastruktur ausgebaut werden.

Ein neuer Kindergarten soll auch im Bereich "Stegleiten" in der Katastralgemeinde Kierling entstehen – direkt neben einem großen Spielplatz, auf einem Acker-Grundstück, das die Gemeinde derzeit an einen ortsansässigen Landwirt verpachtet hat.

Die Umgebung ist idyllisch: Grüne Wiesen, Hügel, grasende Kühe und eine altehrwürdige Kastanien-Allee finden sich dort. 

Anrainer befürchten nun eine Verbauung und die Abholzung der so genannten "Wunderl-Allee". In einem Brief an den Ortsvorsteher von Klosterneuburg-Kierling macht die Initiative ihrem Ärger Luft. "Wir sagen NEIN zu einer weiteren mit der Bodenversiegelung einhergehenden maßgeblichen Umweltzerstörung", heißt es in dem Schreiben.

Stefan Schmuckenschlager (ÖVP) ist Bürgermeister von Klosterneuburg.
Philipp Monihart

ÖVP-Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager überrascht der Gegenwind. "Wir haben die Aufgabe, die Landesvorgaben umzusetzen. Wir müssen also die Kindergärten bauen", erklärt er auf "Heute"-Anfrage. Bereits jetzt hätten 13 Kinder im derzeit schon bestehenden siebengruppigen Kindergarten der Katastralgemeinde keinen Platz und müssten auf andere Einrichtungen ausweichen. Der geplante Container-Bau sei ein Provisorium, der fehlende Kapazitäten im Rahmen der umfangreichen Umbauarbeiten im gesamten Stadtgebiet auffangen soll.

Acht Gruppen

À la longue soll am Acker in der Stegleiten ein achtgruppiger Kindergarten entstehen, die Widmung des Grundstücks auf "Bauland-Sondergebiet Schule und Kindergarten" besteht bereits seit Jahrzehnten. "Wer glaubt, dass die Stegleiten unsere erste Wahl für einen Standort war, der irrt. Aber die Vorgaben müssen sehr zeitnah umgesetzt werden", so Schmuckenschlager. 

„"Rinder und Kinder. Wir müssen beides schaffen."“

Am Samstag (29.4.) zwischen 10.30 und 12 Uhr lädt er vor Ort zur Info-Veranstaltung für Anrainer, um Informationen aus erster Hand anzubieten. Seinen Humor verliert er dennoch nicht: "Rinder und Kinder. Wir müssen beides schaffen."

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