Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) will nach dem heute verkündeten Aus für die Agrana-Zuckerfabrik Leopoldsdorf (Bezirk Gänserndorf) ab 2021 die weitere Vorgehensweise beraten. "Ich werde umgehend alle Beteiligten - Vertreter der Rübenbauern, Bundesländer, Landwirtschaftskammer und Agrana - zu einem Gipfelgespräch einladen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten", so Köstinger in einer Stellungnahme.
Es gehe "vor allem um die Selbstversorgung Österreichs mit Zucker aus heimischer Produktion". "Die Folgen des Klimawandels - wie etwa Trockenheit und massiver Schädlingsbefall - haben zu einer Reduktion der Anbauflächen in den letzten Jahren geführt", sagte Köstinger. Die Agrarministerin will mit den Branchenvertretern nun Lösungen finden, wie man die Anbauflächen wieder erhöhen kann.
Die Zuckerrüben-Anbaufläche in Österreich sinkt aufgrund niedrigerer Preise und Schädlingsbefall durch den Rübenrüsseler seit Jahren kontinuierlich, von rund 50.000 Hektar in den Jahren 2012 bis 2014 auf 26.000 Hektar im Jahr 2020.
Von einer "Katastrophe für die Marktgemeinde Leopoldsdorf im Marchfelde und die gesamte Region", sprach Bürgermeister Clemens Nagel (SPÖ) in einer Reaktion auf die Nachricht von der Schließung der Zuckerfabrik. 150 Voll- und 100 Kampagnenarbeitsplätze gingen verloren, sagte er Dienstagabend zur APA. Das sei eine Tragödie für viele Familien.
Für die Marktgemeinde bedeutet die Schließung der Fabrik eine finanzielle Einbuße. In guten Jahren seien 300.000 Euro an Kommunalsteuer seitens der Agrana geflossen, so der Bürgermeister.