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Millionen-Kicker ohne Spiel, jetzt spricht Austria-Star

Die finanziell angeschlagene Austria kaufte Stürmer Raguz für über eine Million Euro vom LASK. Gespielt hat er nie. Jetzt spricht der Angreifer.
Sebastian Klein
10.05.2023, 18:27
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Die Bundesliga-Lizenz erhielt die Austria erst im zweiten Anlauf und mit viel Bauchweh. Die finanzielle Lage ist am Verteilerkreis seit Jahren enorm angespannt. Umso bitterer, dass jener Star-Einkauf, der um kolportierte 1,3 Millionen Euro vergangenen Sommer vom LASK zur Austria geholt wurde, noch keine einzige Minute für die Violetten gespielt hat.

Marko Raguz steht bei den "Veilchen" dauerhaft auf der Verletztenliste. Hinter vorgehaltener Hand fürchten Fans bereits, dass der teure Stürmer überhaupt nie für den Verein auflaufen könnte.

Die Verletzungs-Misere

Jetzt gibt der 24-Jährige im Volksblatt ein Update. Dieses fällt ernüchternd aus. Raguz spricht über seinen Leidensweg. Der Profi-Kicker kann einem leidtun. Kreuzbandriss im November 2020. In der Saison 2020/21 reichte es für ihn dann nur für neun Einsätze, lediglich einer davon über 90 Minuten. Dann der erneute, völlige Stillstand. Schambeinentzündung und ein Ärzte- und Therapeuten-Marathon, der seinesgleichen sucht. Zuletzt machte Austria-Investor Jürgen Werner, mittlerweile Sportvorstand, den Fans Hoffnungen auf eine Rückkehr im Frühjahr. Das ist auch schon mehrere Wochen her. Die Realität: Sein Millionen-Einkauf kann selbst noch kein Datum nennen.

"Da gibt es leider nichts schön zu reden. Bis heute hat sich das leider nicht alles so wegtrainieren lassen, wie es sein sollte", leide er an einer komplizierten Hüftverletzung namens "Snapping Hip" und damit verbundenen Schmerzen. Versuche, mit Schmerzmitteln eine Abkürzung auf dem Weg zurück zu suchen, bereut er inzwischen: "Ich habe mich sicher auch selbst belogen. Ich bin teilweise über die Schmerzen drüber gegangen und spielte mit Schmerzmitteln. Das war sicher für den weiteren Prozess nicht sehr clever und hat gewiss dazu beigetragen, dass die Situation so aus dem Ruder gelaufen ist."

Erschreckend: "Ich habe seit November 2020 nicht ohne Schmerzen Fußball gespielt. Jeder der sagt, das geht spurlos an einem vorüber, der lügt. Es hat zwischendurch immer wieder Phasen gegeben, wo man sich die Frage stellt, wie es weitergehen soll."

Sommer-Vorbereitung wackelt

Wie er dem Blatt verrät, arbeite er nun in Wien mit einem Physiotherapeuten an dem richtigen Zusammenspiel der Muskulatur. Einen Zeitplan für das mögliche Comeback gibt es nicht. Hauptaugenmerk liege im Augenblick am schmerzfreien Laufen. Die Austria mache ihm keinen Druck. Zwischen den Zeilen klingt durch, dass Raguz selbst zu Beginn der neuen Saison wieder spielbereit sein möchte: "Wenn ich zur Vorbereitung auf die neue Saison in rund eineinhalb Monaten auf dem Platz stehen und arbeiten könnte, wäre das für mich ein riesen Erfolg."

Raguz bleibt kämpferisch: "Ich weiß, wenn mein Körper es zulässt, kann ich relativ schnell wieder meine Leistung bringen. Ich bin auch nach wie vor der Meinung, dass der Wechsel zur Austria absolut richtig war. Ich bereue nichts. Die verantwortlichen Personen im Verein schenken mir ihr vollstes Vertrauen und ich spüre überhaupt keinen Druck."

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