Wer auf der Autobahn eine Ausfahrt verpasst, muss oft einen Umweg in Kauf nehmen. In Grenzregionen kann so ein Fehler aber richtig ins Geld gehen. Das erlebte Anfang 2026 eine 56-jährige Frau aus Niederösterreich.
Die Autofahrerin wollte bei Nickelsdorf abfahren, verpasste aber die Ausfahrt. Weil sie auf der Autobahn nicht wenden konnte, fuhr sie ungewollt über die Grenze nach Ungarn. Obwohl sie bei der nächsten Gelegenheit sofort nach Österreich zurückkehrte, kam Ende Juli das böse Erwachen.
Die Behörden forderten 152,80 Euro Strafe, weil sie ohne gültige ungarische E-Vignette unterwegs war - "Heute" berichtete. Das Schreiben setzt eine klare Frist: Wird die Summe nicht innerhalb von 60 Tagen bezahlt, steigt die Forderung um weitere 200 Euro.
Die Betroffene reagierte mit deutlichen Worten: "Na danke, Ungarn! Ihr seht mich nie wieder." Ihr Auto habe sie inzwischen verkauft.
In Ungarn gilt auf Autobahnen und M-Schnellstraßen eine strikte Vignettenpflicht. Die digitale Maut betrifft Pkw, Gespanne und Wohnmobile unabhängig von ihrem Gewicht. Die E-Vignette lässt sich vorab online oder direkt vor Ort an der Grenze erwerben.
Die Preise sind gestaffelt: Eine Zehn-Tages-Vignette kostet 18 Euro, ein Monatsticket liegt bei 29,20 Euro. Wer ein ganzes Jahr freie Fahrt möchte, zahlt 161,60 Euro. Bei einem Verstoß wird laut ADAC eine Ersatzmaut von mindestens 50 Euro fällig.
Nicht nur in Ungarn drohen bei fehlender Maut hohe Strafen. Insgesamt zehn europäische Länder haben eine Vignettenpflicht auf Schnellstraßen, darunter Österreich, die Schweiz, Tschechien und Slowenien. In 15 weiteren europäischen Staaten wird die Gebühr direkt nach der gefahrenen Strecke abgerechnet.