Ausgegraben: Römische Reste in City entdeckt

Ein Sensationsfund am Wiener Graben: Bei Straßenbauarbeiten wurden Reste des römischen Tors Porta Decumana, die zum Legionslager Vindobona führten, entdeckt.

Wer suchet, der findet: Aufgrund eine Gasgebrechens wurde in der Wiener Innenstadt gegraben, schließlich ist man auf römische Steine gestoßen. Laut Archäologen der Stadt Wien, soll es sich um die Reste der Porta Decumana handeln. Das Tor, das zum römischen Legionslager Vindobona führte. Leider wird das Bauloch bereits am Montag wieder geschlossen.

Im tiefen Graben der Bauarbeiten, die von der Naglergasse bis in die Bognergasse führt, erkennen Laien nicht wirklich etwas. Constance Litschauer und Martin Mosser von der Wiener Stadtarchäologie erkannten jedoch zufällig im Vorbeigehen den Sensationsfund. Die Steinquader sollen, laut den Archäologen, erstmals nach rund hundert Jahren das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben. Zu jener Zeit wurden daran vorbeiführende Leitungen eingebaut. Die Bedeutung des Fundes wurde aber offenbar nicht erkannt, da die Reste des Südtores damals vermutlich auch beschädigt wurden.

Südtor kann nun genau lokalisiert werden

Die Straße, also die Via Decumana, führte direkt von der Vorstadt ins Lager. Die Reste von der Umgebungssiedlung sind auf dem benachbarten Michaelerplatz zu sehen. Spaziert man von dort über den Kohlmarkt (wie dieser Decumana-Abschnitt heute heißt) Richtung Graben, wandelt man somit auf historischen Spuren. Man geht direkt auf jenen Platz zu, an dem einst die Eingangspforte ins Lager Vindobona stand.

Dokumentiert, freigelegt und bemessen wurden die Steine - auch mit Hilfe des Bundesdenkmalamts. Das Tor selbst bestand bis ins 12. Jahrhundert, als auf den Fundamenten des römischen Vermächtnisses neu aufgebaut wurde. Anstatt der Porta Decumana wurde das sogenannte Peiler- oder Bairertor errichtet, das bis 1731 dort stand.

Loch wird schon am Montag wieder geschlossen

Barbara Wieser, Pressesprecherin Stadtarchäologie Wien stellte im Gespräch mit "Heute" klar: " Leider wird das Loch wieder am Montag geschlossen. Nur wenn zufällig gebaut wird, erhalten wir die Möglichkeit, einen Blick in die Vergangenheit zu wagen. Der Fund wurde bemessen, dokumentiert und es wird eventuell auch eine Publikation folgen. Für eine Freilegung der Steine oder auch ein Schild, das an die Geschichte erinnert, bräuchte man private Sponsoren." Prinzipiell wünsche sich die Stadtarchäologie, dass diese Funde früher oder später ersichtlich werden.

Hier nochmals eine Einführung zur römischen Stadt Vindobona:

wien.at Video (no)

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