Wien

Ausgemäääht! Insel-Schafe gehen jetzt in Winterpause

Seit Mai verbringen 70 Schafe auf der Donauinsel ihre Sommerfrische, ganz nebenbei helfen sie dort beim Mähen. Jetzt gehen sie in die Winterpause.

Heute Redaktion
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70 Krainer-Steinschafe sind auf der Wiener Donauinsel im Mäh-Einsatz.
70 Krainer-Steinschafe sind auf der Wiener Donauinsel im Mäh-Einsatz.
MA 45/Wiener Wildnis

Sie fühlen sich rundum wohl auf der Insel: Die 70 Krainer-Steinschafe, die heuer bereits die zweite Saison als "tierische MitarbeiterInnen" der Stadt Wien auf der Donauinsel verbracht haben. Seit Mai grasen die freundlichen genügsamen Tiere heuer auf der Insel, doch nun geht auch diese Saison zu Ende. 14 Hektar Wiesenfläche haben die Schafe heuer auf der Donauinsel abgegrast – das entspricht in etwa der Größe von 20 Fußballfeldern.

"Der Einsatz der Schafe auf der Donauinsel als natürliche Rasenmäher hat sich auch heuer wieder bestens bewährt. Schafbeweidung ist eine nachhaltige umweltschonende Methode der Wiesenmahd ohne Einsatz von Maschinen. Sie fördert die Artenvielfalt und ist eine von vielen Maßnahmen, die wir im Rahmen eines EU-Klima-Projekts auf der Insel durchführen", so Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) in einer Aussendung am Montag.

Mitte November werden die von der Stadt Wien "geleasten" Schafe wieder in ihr Winterquartier nach Lassee in Niederösterreich gebracht. Ihr Comeback im Frühjahr ist gesichert, denn die Schafbeweidung ist Teil eines EU-Projekts der Fachabteilung Wiener Gewässer. Die Schafbeweidung soll den Einsatz von Maschinen verringern. Denn die Schafe stoßen als umweltfreundliche Rasenmäher keine Abgas-Schadstoffe aus und sind leiser als maschinelle Rasenmäher.

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    Umweltstadträtin streichelt eines der Schafe, die auf der Wiener Donauinsel im Mäh-Einsatz sind.
    Umweltstadträtin streichelt eines der Schafe, die auf der Wiener Donauinsel im Mäh-Einsatz sind.
    PID

    Ideale Bedingungen auf der Donauinsel

    Den Schafen hat die Sommerfrische auf der Insel auch heuer wieder sichtlich gut getan. Sie ernähren sich ausschließlich von dem, was die Donauinsel zu bieten hat. Besonders angetan haben es ihnen Klee und Wildkräuter wie Salbei und Schafgarbe, die reichlich auf den wilden Wiesenflächen gedeihen. Nur einmal täglich werden sie von einem Schäfer des Betriebs WUK bio.pflanzen - Soziale Landwirtschaft Gänserndorf besucht, dem die Schafe gehören.

    Die weitgehend naturnah gehaltenen Wiesenflächen ganz im ruhigen Norden der Donauinsel haben sich als ideales Einsatzgebiet für die Schafe erwiesen. Dort bleiben die Tiere rund eine Woche auf einer mit einem mobilen Elektrozaun geschützten Weidefläche, danach wird der Zaun versetzt und die nächste Wiese abgegrast. Heuer haben die Schafe eine Fläche von 14 Hektar abgegrast. Aufgrund des feuchten Sommers waren die Wiesen die ganze Saison hindurch grün und saftig. Wegen dem reichlichen Futterangebot können die Schafe heuer bis Mitte November bleiben.

    Schafbeweidung stärkt die Artenvielfalt

    Schafe lassen beim Grasen immer auch Pflanzen übrig. Dadurch entstehen Wiesenbereiche mit längerem und kürzerem Pflanzenstand. Das kommt gefährdeten, streng geschützten Insektenarten wie Schmetterlingen, Fang- und Heuschrecken zugute. Ein 2019 gestartetes Monitoring zeigt ein stark erhöhtes Aufkommen dieser Arten im Vergleich zu maschinell gemähten Wiesen. Das Monitoring der Schafbeweidung wird im Auftrag der Stadt Wien begleitend über die nächsten Jahre auf der Donauinsel durchgeführt.

    Die Schafbeweidung versteht sich als Pilotprojekt der Fachabteilung Wiener Gewässer und ist Teil des EU-Projekts LIFE DICCA. In diesem Projekt werden seit 2018 verschiedene Maßnahmen und Projekte entwickelt und durchgeführt, um die Donauinsel an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.

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