Mit Siegen haben Lewis Hamilton und Mercedes in der noch jungen Saison bisher nichts zu tun. Zumindest nicht direkt. Die Silberpfeile können mit Red Bull und Ferrari seit den weitreichenden Regeländerungen nicht mithalten.
Nach dem verpatzten Qualifying startet Hamilton im zweiten Saisonrennen in Saudi-Arabien von der 15. Stelle und fährt sein eigenes Rennen. Er bleibt lange auf dem ersten Reifensatz auf der Strecke und hofft auf eine mögliche Safetycarphase in der zweiten Rennhälfte. Am Ende wird der siebenfache Champion Zehnter.
Es ist also nicht der Abend des Briten. Für den Ausgang des Rennens ist er dennoch mitentscheidend. Das verrät Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko. Denn: Sein Schützling Max Verstappen und Ferrari-Star Charles Leclerc haben beim Zweikampf um den Tagessieg an der Spitze mit starkem Reifenverschleiß zu kämpfen. Der österreichische Rennstall setzt auf Daten von Hamilton, der seine Reifen in Jeddah strapaziert.
Marko: "Wir haben genau beobachtet, wie der Reifenverschleiß bei Hamilton war und haben Max dann erklärt, dass er richtig pushen kann." Salz in die Wunden von Mercedes. Im Vorjahr kam es auf und außerhalb der Strecke zu zahlreichen Gefechten zwischen Red Bull und Mercedes. Verstappen entschied den Kampf um die WM gegen Hamilton bekanntlich erst in der letzten Rennrunde.
Zum Start der neuen Saison sieht alles nach einem Duell zwischen Verstappen und Leclerc, dem Sieger von Bahrain, aus. Dem Publikum gefällt's. Denn: Die beiden Formel-1-Piloten liefern sich am Sonntag einen packenden, taktisch geprägten Kampf um den Tagessieg.
Verstappen siegt durch einen taktischen Geniestreich. In der Schlussphase des Rennens liegt er noch hinter Leclerc. In Runde 42 überholt der Niederländer den Monegassen erstmals, wird aber in der folgenden DRS-Phase sofort ausgekontert. Verstappen lernt daraus. In Runde 43 will ihn Leclerc wieder vor der zweiten DRS-Zone überholen lassen, um zu kontern – Verstappen bremst! Dieses Mal fehlt Verstappen noch das Tempo, um auf der langen Gerade vorbeizugehen.
In Runde 47 ist es so weit. Verstappen "bremst sich vorbei", geht als Zweiter auf die lange Gerade und kann dort durch den Tempoüberschuss dank DRS an Leclerc vorbeigehen. Der "Verlierer" des Duells funkt nach der Zieldurchfahrt voller Respekt: "Das war stark gemacht von Max. Uns hat einfach der Speed auf der Geraden gefehlt!"
Verstappen: "Es war ein gutes Rennen, wir haben gut gekämpft an der Spitze. Wir hatten ein bisschen die bessere Pace. Es war nicht so einfach, vorbeizukommen, mit den Tricks in der letzten Runde."
Leclerc: "Das Rennen hat mir Spaß gemacht. Ein harter Fight, aber fair. So sollte es immer sein. Auch, wenn ich enttäuscht bin. Ja, ich habe großen Respekt. Vor allem, wenn ein Rennen so zu Ende geht. Wir sind auf Risiko gegangen. Ja, da ist natürlich Respekt dabei."