Berge von Akten, viele Aufzeichnungen lückenhaft wie ein Emmentalerkäse: Trotzdem will Ursula Roschger (Grüne), Vorsitzende des politischen Ausschusses zum Linzer Spekulationsdesaster, die Ermittlungen im Herbst abgeschlossen haben. Sie vermutet, dass die Bank mit den Verlusten der Stadt sehr wohl kalkuliert hat.
Derzeit sind noch viele Fragen offen: Während die Zinsraten der Stadt wegen des hohen Frankenkurses in unendliche Höhen steigen, haben die Zahlungen der Bawag eine Obergrenze. Neben der politischen Verantwortung müssen wir die Rolle der Bank in diesem Spekulationsgeschäft näher durchleuchten. Hat sie mit den horrenden Verlusten gerechnet?, sagt Roschger.
Im Herbst muss die Stadt mit einer Halbjahres-rate von 35 Millionen Euro rechnen. FP-Finanzsprecher Sebastian Ortner will jetzt einen Sondergemeinderat einberufen, um aus dem Deal auszusteigen.
Am 7. September findet die erste Sitzung des Sonderausschusses nach der Sommerpause statt. Zur Aussage eingeladen sind Bürgermeister Franz Dobusch (SP) und Ex-Finanzdirektor Werner Penn.
Christian Hartl