Naturhistorisches Museum

Ausstellung zeigt Arktis als verletzliches Mysterium

Mit dem Ökosystem der Arktis sind die Wiener viel enger verbunden, als gedacht. In einer neuen Schau zeigt sich diese faszinierende Welt nun hautnah.
Wien Heute
09.11.2023, 07:00
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Wien und die Arktis sind gar nicht so weit voneinander entfernt, wie man denkt: In der aktuellen Schau im Naturhistorischen Museum rückt das sensible, eisige Ökosystem ins Zentrum von Wien. Österreich spielte nämlich keine unwesentliche Rolle bei der Erforschung des nördlichen Eismeeres im 19. Jahrhundert. 

Vor eineinhalb Jahrhunderten im Jahr 1872 nämlich stach das Expeditionsschiff Admiral Tegetthoff zur "Österreichisch-Ungarischen Nordpolar-Expedition" in See. Das Ziel dieser abenteuerlichen österreichisch-ungarischen Expedition war es, das Nördliche Eismeer zu erkunden. Und vor allem ging es auch darum, endlich die Nordostpassage zu finden. Doch ein Hindernis kam für die Erkundung im nördlichsten Teil der Erde aus dem Meer: Das Segelschiff blieb im Eis stecken. Aber was zunächst wie ein Unglück aussah, enthielt doch einen Segen: Getrieben von der Eisdrift, landeten die Polarforscher Carl Weyprecht und Julius Payer bei einer Inselgruppe, die sie gleich nach ihrem Kaiser Franz-Josef-Land benannten.  

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Objekte der Polarexpedition im Museum

Damals wurden auch einige Tiere und Lebewesen aus dem Eis mitgebracht. Diese zoologischen Objekte hat das Museum bis heute aufbewahrt und zeigt die Vielfalt des Lebens im arktischen Eis. Nun gibt es gleich mehrere Bedrohungen für dieses sensible System: die Klimaerwärmung.

Kein Tag vergeht, an dem nicht für immer große Flächen des "ewigen" Eises verloren gehen. So schreibt der deutsche TV-Sender NDR am Montag, 6. November, die Fläche des arktischen Meereises betrage aktuell 7,9 Millionen Quadratkilometer. Das seien 13,2 Prozent weniger als im Durchschnitt des Zeitraums 1981 bis 2010. Die meisten Menschen werden nie die Arktis besuchen – sie verschwindet ungesehen. Denn die Arktis gehört noch immer zu den am wenigsten vom Menschen erschlossenen Gebieten auf der gesamten Erde. Es ist ein Ökosystem, das hochempfindlich auf klimatische Veränderungen reagiert.

Einzigartige Natur der Arktis von rasanten Veränderungen betroffen

Der thematische Ausgangspunkt der Ausstellung im Naturhistorischen Museum in Wien ist eben diese einzigartige Natur der Arktis. Eine Natur, die bis heute eine magische Faszination auf Forscher und Abenteurer ausübt. Ein Faszinosum mit gigantischen Ausmaßen – und mit großer Verletzlichkeit. So fokussiert die Ausstellung auf die rasanten Veränderungen in den arktischen Regionen. Es geht um die deutlich sichtbaren und messbaren Auswirkungen des Klimawandels, und um geopolitische Veränderungen.

"Die Ausstellung beleuchtet die vielen Facetten und Rollen dieses einzigartigen Ökosystems aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Sie zeigt auf, dass die Arktis durch ihre entscheidende globale Rolle heute enger denn je mit dem Leben aller Menschen verbunden ist", heißt es von Seiten des Museums. Als Projektpartner des NHM Wien sind Polarforscher*innen des Austrian Polar Research Institute (APRI) an der Ausstellung beteiligt, werden vor den Vorhang geholt und berichten über ihre Forschungsschwerpunkte.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 09.11.2023, 12:00, 09.11.2023, 07:00