Australier feiern, weil Facebook zurück krebst

Auf Facebook können in Australien bald wieder Nachrichten gelesen werden. Derzeit sind viele News-Inhalte gesperrt, das soll sich bald wieder ändern.

Nach einigen Tagen der Unsicherheit ist nun gewiss: News kommen in Australien zurück auf Facebook. Das Social-Media-Unternehmen hat angekündigt, dass es Deals mit den Nachrichten-Unternehmen abschließen wird, laut welchen diese für die Weiterverbreitung ihrer Nachrichten bezahlt werden. Bisher hat Facebook News-Inhalte verlinkt und geteilt, ohne die Nachrichten-Unternehmen dafür zu bezahlen.

Für den früheren Facebook-Chef in Australien ist laut BBC klar: "Facebook hat zuerst nachgegeben. Es steht außer Frage, dass die globale negative Reaktion das Unternehmen hart getroffen hat. Facebook hat wohl realisiert, dass Regierungen rund um die Welt härtere Richtlinien ziehen, als ihnen im Vorfeld bewusst war."

"Anpassungen verändern nichts"

Allerdings ist nicht nur Facebook zurück gekrebst. Auch die australische Regierung hat Anpassungen am Gesetzestext vorgenommen, der den Streit zwischen Facebook und Australien ausgelöst hatte. Rod Simons, Leiter der australischen Wettbewerbs- und Verbraucherkommission, hält aber fest: "Die Anpassungen, die die Regierung vorgenommen hat, verändern nichts. Sie klären einige Punkte nur etwas genauer, die laut Facebook zuvor unklar waren." Für Simons ist also klar, dass die australische Regierung als Sieger aus diesem Streit hervorgeht. "Facebook braucht News. Nachrichten halten die Leute länger auf der Plattform und das bringt Facebook Geld ein", so Simons.

Facebooks Vizepräsident in Sachen Global News Partnerships, Campbell Brown, möchte laut Reuters aber dennoch festhalten, dass es sich bei der neuen Übereinkunft auch um einen Gewinn für Facebook handle. Das Unternehmen habe erreicht, dass es nach wie vor selbst entscheiden könne, ob gewisse Nachrichten überhaupt auf Facebook erscheinen dürfen.

Außerdem habe die Anpassung am Gesetzestext gezeigt, dass Regierungen nicht ohne Weiteres vorschreiben können, wie kommerzielle Deals zwischen Unternehmen abgehandelt werden sollen. Man habe jetzt die Möglichkeit, Deals nach eigenen Vorschriften auszuhandeln.

Der Hintergrund

Auslöser für den Streit zwischen Facebook und Australien ist eine neue Regulierung, die große Unternehmen wie Facebook oder Google in Australien künftig dazu zwingen soll, örtliche Medienunternehmen zu bezahlen, wenn deren Inhalte auf ihren Plattformen verbreitet werden. Australien will damit erreichen, dass die Werbeeinnahmen im Online-Raum gerechter verteilt werden. Die Gesetzesanpassung soll diese Woche vom australischen Senat abgesegnet werden. Am Donnerstag hatte Facebook angekündigt, Nachrichtenseiten in Australien gänzlich zu sperren.

Anders als Facebook hat Google bereits einen Deal mit drei der größten australischen Medien-Outlets unterzeichnet, um weiterhin News verbreiten zu dürfen. Wie viel Geld für diese Vereinbarung aufgewendet wurde, ist nicht bekannt.

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