Die Austria im Höhenflug! Seit bewerbsübergreifend acht Spielen haben die "Veilchen" keinen Gegentreffer kassiert, 14 Punkte aus den letzten sechs Bundesliga-Spielen geholt. Damit schob sich die Austria auf Rang sieben vor, liegt vor dem Erzrivalen Rapid Wien und nur einen Punkt hinter den Top-Sechs – es könnte ein besonders enges Rennen im Kampf um die Meistergruppe werden.
Das weiß auch Austrias Sport-Vorstand Werner. "Gegen Salzburg war es eine Leistung, wie wir es uns vorstellen. Im Frühjahr haben wir vermeintlich leichtere Gegner in den fünf verbleibenden Runden. Wenn wir den Schwung mitnehmen können, werden wir die nötigen Punkte einfahren", blickte der violette Sport-Boss bei "Viola TV" auf die restlichen acht Spiele im Grunddurchgang. Vor der Winterpause geht es noch gegen Wolfsberg, den LASK und Austria Klagenfurt. 2024 warten dann Duelle gegen Hartberg, Altach, Rapid, Blau-Weiß Linz und die WSG Tirol. Das Ziel ist natürlich die Qualifikation für die Top-Sechs.
Es wäre ein Schritt in die richtige Richtung, nachdem die bisherige Saison eine "Berg- und Talfahrt" war, wie es Werner bezeichnete. "Wir haben gut angefangen, mit dem Höhepunkt in Warschau, wo wir es richtig gut gemacht haben. Und dann im Rückspiel ein bisschen den Knacks bekommen, vor allem moralisch. Da haben wir eine Talsohle durchschritten, wo wir teils mit Eigenfehlern und Slapstick-Toren selbst schuld waren. Aber jetzt sind wir wieder gefestigt aufgetreten", meinte der violette Sport-Boss.
Verantwortlich dafür war die herausragende Leistung im Wiener Derby gegen Rapid, als die "Veilchen" 40 Minuten lang ein 0:0 hielten. "Da haben wir gemerkt, dass wir die Null halten können. Warum sollten wir es dann nicht mit elf Mann schaffen?", so Werner weiter. Gleichzeitig wurde die Spielausrichtung von Coach Michael Wimmer etwas defensiver angelegt. "Es war richtig, weil es um Punkte geht. Wir hätten sonst den Anschluss nach vorne verloren", schilderte der 61-Jährige.
Der violette Höhenflug der letzten Wochen hat einige Austria-Leistungsträger ins Rampenlicht befördert. Deshalb sprach Werner auch über die violetten Transferpläne. Mit einer klaren Ansage: "Wir wollen die Protagonisten, die gerade mithelfen, dass wir so dastehen, bei uns halten. Wenn dann jemand weggehen sollte, reden wir von Sommer", unterstrich der violette Sport-Boss. Allerdings habe man aber "die Augen und Ohren offen", wenn es um Verstärkungen gehen sollte.
Wichtiger sind für Werner aber ohnehin die Vertragsverlängerungen. "Wir haben es geschafft, dass Alexandar Jukic der Einzige von denen, die wir behalten wollen, ist, dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Es wird Gespräche im Winter geben, wir gehen davon aus, dass wir da auch erfolgreich sein werden", meinte Austrias Sport-Vorstand. Jukic war in den letzten Wochen aus der Mittelfeldzentrale nicht mehr wegzudenken. Auch die Verträge von Romeo Vucic, Alexander Schmidt und von Leihspieler Fisnik Asslani enden im Sommer. Mit den ersten beiden zu verlängern, scheint nicht die höchste Priorität zu haben. Denkbar wäre es eher, mit jungen Talenten, deren Verträge eigentlich noch bis 2025 oder 2026 laufen, frühzeitig neue Kontrakte abzuschließen, sie langfristig an den Verein zu binden. Zial El Sheiwi und Florian Wustinger, die nach schweren Knieverletzungen zurückkommen, seien ohnehin wie "Neuzugänge" im Frühjahr.
Neben Jukic etablierte sich auch Marvin Potzmann, eigentlich als variabel einsetzbarer Außenverteidiger geholt, zum Fixstarter im violetten Mittelfeld. Der 29-Jährige musste als Notnagel nach den Derby-Ausschlüssen gegen Matthias Braunöder und James Holland ran, hat seinen Startplatz seither nicht mehr hergegeben. "Gerade bei ihm ist die Entwicklung ein Wahnsinn. Vor dem ersten Spiel hat er mich gefragt: ,Willst du Gattuso oder Pirlo sehen?´ Ich habe gesagt: ,Genau die Mischung.´ Und für österreichische Verhältnisse macht er genau das", lobte Werner.
Weiterhin die größte Baustelle ist die finanzielle Situation der Austria. Die Wiener sitzen nach wie vor auf einem Schuldenberg im hohen zweistelligen Millionen-Bereich. "Wir arbeiten akribisch, es ist eine wichtige Phase, um die Austria wirtschaftlich auf Beine zu stellen, dass wir die Lizenz kriegen und in die Zukunft blicken können", so der 61-Jährige. Die Bundesliga-Spielgenehmigung soll nach drei "Fehlschlägen" endlich wieder im ersten Anlauf erteilt werden.