Austria-Bosse: "Einiges in den letzten Jahren zerstört"

Die neue Austria-Spitze.
Die neue Austria-Spitze.Gepa
Ein Neustart in Violett! Neben Coach Manfred Schmid stellten auch der neue AG-Vorstand Gerhard Krisch und Sport-Boss Manuel Ortlechner ihre Ideen vor. 

"Es ist eine Rückkehr für mich nach Hause, ein kleiner Traum geht für mich in Erfüllung, ich bin ein Austrianer durch und durch und stehe für diesen Verein", erklärte Ortlechner gleich zu Beginn. Das nahm man dem Kapitän der letzten Austria-Meistermannschaft auch ab. Ortlechner dürfte die Fans gleich für sich gewonnen haben. 

Wohl wichtig, denn den "Veilchen" steht ein Neuanfang mit schweren Jahren bevor. Das sieht man bereits daran, dass beim Trainingsstart am Montag der violette Kader noch lange nicht steht. In den nächsten Tagen soll sich aber bereits etwas am Spieler-Sektor tun. Was, ließ Ortlechner noch offen. 

"Wieder stolze Austrianer"

"Den Zauberstab gibt es nicht, du brauchst einfach gute Menschen um dich herum. Es wird jedenfalls ein guter Mix werden, das kann ich versprechen. Die Älteren müssen die Jungen an die Hand nehmen", erklärte der 41-Jährige, der selbst seine Karriere als Routinier bei den Young Violets beendet hatte. 

Deshalb ist "Orti" auch die Entwicklung der Nachwuchsspieler ein besonderes Anliegen. Auch weil die Austria darauf angewiesen ist. "Es wurde in der Vergangenheit die Durchgängigkeit nicht immer gelebt. Wir stehen aber nicht für diesen Red-Bull-Fußball", stellte der ehemalige Innenverteidiger auch klar. 

Ortlechner hat bereits arbeitsame Tage hinter sich: "Wir haben in den letzten Wochen schon unsere Aufgabe erledigt. Klar, die Kampfmannschaft ist der wichtigste Part, aber es gibt das Frauen-Team, den Nachwuchs, die Special Violets. Ich habe viele Themen abzuarbeiten." Mit einem klaren Ziel: "Es reizt mich, die Austria wieder dorthin zu bringen, wo wir sie gerne sehen wollen. Ich würde mir wünschen, viele sind wieder stolze Austrianer, viele sagen es aber nur hinter vorgehaltener Hand." Das wird allerdings Zeit in Anspruch nehmen. "Alles hängt davon ab, wie gut wir arbeiten. Der Rest ist eine Geduldsfrage. Jetzt einen Titel zu fordern, wäre vermessen", schloss Ortlechner. 

"Einiges in den letzten Jahren zerstört"

Das sah auch Gerhard Krisch nicht anders. Der Ex-Banker löste Markus Kraetschmer als AG-Vorstand ab, wird auch den Geschäftsführer-Posten in der Vermarktungs-Gesellschaft mit Partner Insignia übernehmen. "Es geht darum, zu überdenken, wie wir uns bodenständig aufstellen. Wir haben ein bisschen etwas in den letzten Jahren zerstört", erklärte der violette Finanz-Boss. 

Dabei wiegt auch die finanzielle Last schwer. Laut letztjährigem Geschäftsbericht belaufen sich die violetten Verbindlichkeiten auf 78 Millionen Euro. "Wir werden klassisch das tun, was notwendig ist: die Kosten hinterfragen. Wie es im Sport einige Jahre braucht, wird es in der Wirtschaft genauso sein", so Krisch. 

Noch keine Insignia-Sponsoren

Deshalb sind die zunächst von Insignia verlautbarten großen Ziele nicht in Reichweite. "Ich habe das Insignia-Projekt komplett übernommen, stehe weiter dazu. Es hätte niemand angenommen, wenn sie gesagt hätten, dass wir mal unten mitspielen wollen, wir müssen aber für gegenseitiges Verständnis sorgen", so der violette Finanz-Boss. Gleichzeitig gab Krisch zu, dass Insignia bisher noch keinen Sponsor für die Austria an Land ziehen konnte. 

"Kader, der nicht schlechter ist"

Unabhängig davon steht das Budget bereits, in dem sich auch Ortlechner bewegen muss. "Wir werden einen Kader bekommen, der nicht schlechter ist als der, den wir letzte Saison hatten. Alles steht aber unter dem Begriff ,Wirtschaftliche Stabilität´", so Krisch. 

Dabei sollen auch die Fans wieder helfen. Einerseits zeigten Analysen, dass die Austria wenig Fans unter 25 Jahren hat. Andererseits waren die Zuschauerzahlen auch vor der Corona-Pandemie nicht zufriedenstellend: "Der Klub hat ein größeres Potenzial als durchschnittlich 6.000 Zuschauer." Doch die kommen nur, wenn sich der Erfolg wieder am Verteilerkreis einstellt. 

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