Die große Aufholjagd blieb ohne Happy End. Austria Wien scheiterte nach dem 0:2 im Hinspiel gegen Sporting Braga in der Qualifikation für die Conference League. Im Rückspiel in Favoriten zeigten die Veilchen beim 0:0 zwar eine starke Vorstellung, ausgerechnet vor dem gegnerischen Tor fehlte aber die entscheidende Konsequenz.
Kapitän Manfred Fischer wusste nach dem Schlusspfiff deshalb nicht so recht, ob Stolz oder Enttäuschung überwiegen sollte. "Heute finde ich, dass wir eine unserer besten ersten Halbzeiten gespielt haben, seitdem ich da bin. Sie haben kaum Druck auf unsere letzte Linie gemacht", sagte Fischer im ORF.
Dann folgte das große Aber: "Wenn du weiterkommen willst in so einem Spiel, musst du einfach ein Tor irgendwann machen – und das haben wir nicht hingebracht."
Dabei waren die Möglichkeiten auf den so wichtigen Führungstreffer vorhanden. Nach 22 Minuten zog Johannes Eggestein aus aussichtsreicher Position ab. Braga-Keeper Bernardo konnte den Ball nur klatschen lassen, beim Nachschuss von Julian Hettwer war er allerdings wieder zur Stelle.
Auch nach der Pause drückten die Wiener zunächst weiter. Eggestein fehlten nach einer Hereingabe von Reinhold Ranftl nur Zentimeter, um per Kopf zum 1:0 einzunicken. Trainer Stephan Helm sah genau darin den Knackpunkt: "Wir haben einige Situationen kreiert, da musst du einfach ein Tor erzielen."
Ein Treffer hätte die Partie noch einmal völlig öffnen können. Stattdessen verstrich Minute um Minute – und mit zunehmender Spielzeit schwanden bei den Wienern die Kräfte.
"Wir haben die Intensität nicht ganz aufrecht erhalten können, mit dem Ball waren wir am Ende auch nicht mehr so klar", analysierte Helm.
Trotz des Ausscheidens strich der Austria-Coach die Leistung seiner Mannschaft hervor. Schließlich hatte man einen Gegner gefordert, der in der vergangenen Saison bis ins Halbfinale der Europa League vorgedrungen war.
"Man muss brutal viel Aufwand betreiben, um diese Mannschaft in Bedrängnis zu bringen. Das ist wirklich eine Top-Truppe – die haben letztes Jahr Europa-League-Halbfinale gespielt und wir haben sie über 55, 60 Minuten vor richtige Probleme gestellt."
Auch Braga-Trainer Carlos Vicens musste anerkennen, wie unangenehm die Austria seinem Team das Leben gemacht hatte. "Es stimmt, dass wir vor allem in der ersten Hälfte nicht so viel Druck aufbauen konnten. Wir haben viele Ballverluste erlitten."