Austria-"Retter": Ins Grab kann man nichts mitnehmen

Austria-Vizepräsident Raimund Harreither.
Austria-Vizepräsident Raimund Harreither.Gepa
Raimund Harreither gilt dieser Tage als Retter der Wiener Austria. Jetzt begründet er, warum und wie es zu seinem Engagement kam.

Im zweiten Anlauf erhielt die Austria in der vergangenen Woche doch noch die Lizenz für die kommende Bundesliga-Saison. Das Schlimmste scheint in der Finanz-Krise der Veilchen vorerst abgewendet. Einer hat daran einen maßgeblichen Anteil: Raimund Harreither.

Der Vizepräsident der Wiener beschrieb im Interview mit "Sky", wie es dazu kam, dass er eine Initiative ins Leben gerufen hat, die das Überleben des Klubs sichern soll. Die "Freunde der Austria" und mittelständische Betriebe stellten durch Harreithers Anstoß die nötigen Millionen auf, um den Zwangsabstieg abzuwenden.

Für sein Engagement, auch die Finanzspritzen aus der eigenen Tasche, erwartet er keine Gegenleistung: "Wir müssen endlich davon wegkommen, den Hals nicht vollzukriegen. Wenn du von der Lebensbühne abtrittst, kannst du nun einmal nichts mitnehmen. Ich bin als Arbeiterkind dankbar – ich habe immerhin Schlosser gelernt. Zufriedenheit und Begeisterung irgendwo miterleben zu dürfen, das stellt einen selbst am meisten zufrieden."

In einer Sitzung ergriff Harreither das Wort – der Stein des Anstoßes: "Vielleicht ist es ein bisschen meiner Ungeduld geschuldet. Wir haben gesagt, es dreht sich doch ein bisschen was im Kreis, um es vornehm zu formulieren. Dann haben wir endlich gesagt: Was tun wir? Persönlichkeiten aus ganz Österreich sitzen hier drinnen. Also wir sollten jetzt endlich was machen. Hier ist dann wirklich der Knoten geplatzt."

Er will selbst niemals als Präsident arbeiten. "Frank Hensel macht einen unglaublich tollen Job. Hat privat auch eine halbe Million Euro mitgetragen. Das muss wirklich auch einmal in der Öffentlichkeit sagen. Kämpft rund um die Uhr für die Austria. Von meiner Seite passt das exakt, dass ich jetzt sein erster Vize bin.

Kritik an Kraetschmer und Insignia

Harreither übt dafür Kritik an AG-Boss Markus Kraetschmer und der Kommunikation rund um den Deal mit dem "strategischen Partner" Insignia. Kraetschmer lobt er für dessen langen Einsatz. Aber: "Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, mit dem Stadionbau und so weiter – Riesenprojekte. Der Aufwand ist also enorm geworden und wahrscheinlich ist ihm auch das eine oder andere durch die vielen zusätzlichen Aufgaben nicht ganz so gelungen, wie es sein sollte."

Was ihn an der Insignia-Präsentation gestört hat: "Es ist wirklich unglücklich gelaufen, es war nicht ganz so meins. Es geht darum Anspruch wirklich so zu stellen, dass der auch zu erfüllen ist in einem vernünftigen Zeitrahmen." Insignia-"Stadthalter" Luka Sur hatte bei der Vorstellung noch von der Champions League als klares Ziel gesprochen.

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