Taibeh gewinnt ANTM, am Ende siegt die Langeweile

Taibeh sichert sich die "Austria's Next Topmodel"-Krone 2019. Das vermeintlich große Finale war an Langeweile kaum zu überbieten.

Am Ende war es "a betroffene Gschicht". ANTM-Finalistin Taibeh floh vor vier Jahren zu Fuß aus Afghanistan, nun darf sie sich Austria's Next Topmodel nennen. Böse, wer behauptet, sie hätte dank ihrer tragischen Vergangenheit den Sieg errungen. Naiv, wer behauptet, das würde irgendjemand interessieren.

Im Gegensatz zu "Germany's Next Topmodel" kulminierte das österreichische Pendant der Casting-Show nicht in einem Live-Finale, sondern verebbte in einer aufgezeichneten Best-of-Show. Viel Neues war in den knapp zwei Stunden nicht zu sehen, dafür wurde ausgiebig Bilanz gezogen.

Rückblickende Steckenpferde

Jede der drei Finalistinnen (eigentlich waren es ja vier, doch Baraa musste gleich zu Beginn der Sendung Abschied nehmen), bekam ein Steckenpferd verpasst, um durchs Finale zu traben. Es wurde auf Julias Umstyling herumgeritten (aus der langen Mähne war ein Kurzhaarschnitt geworden), auf Rosas sportlichem Körper und natürlich auf Taibehs Schicksal als Flüchtling.

Selbst die Twitter-Trolle verkrochen sich vor lauter Langeweile in ihren Höhlen. Für den einzigen Lichtblick sorgte Juror Adi Weiss, der den drei "Mädchen" in einer Interview-Schulung mit gemeinen Fragen zusetzte. Die (De)montage dauerte weniger als zwei Minuten, schon war der Spaß wieder zu Ende.

Apropos Ende: Ein an Spannung kaum zu unterbietender Jury-Entscheid machte Taibeh schließlich zur Siegerin. Von ganzem Herzen wünscht man der 23-jährigen, gebürtigen Afghanin eine rosige Zukunft. Über "Austria's Next Topmodel" lässt sich das nach diesem Finale sicher nicht sagen.

Hier der Live-Ticker zum Nachlesen:

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