Austro-Bauleiter in Kenia unter Rassismus-Verdacht

Bei einem Multi-Millionen-Dammprojekt in Kenia soll es zu rassistischen Attacken eines Österreichers gekommen sein.
Bei einem Multi-Millionen-Dammprojekt in Kenia soll es zu rassistischen Attacken eines Österreichers gekommen sein.Bild: Reuters
Der österreichische Strabag-Bauleiter Jürgen H. soll auf einer Baustelle in Kenia durch Rassismus und Angriffe auf Arbeiter aufgefallen sein.
H. wird Rassismus und der Angriff auf Arbeiter auf einer Baustelle in Mwea in Kenia vorgeworfen. Der 47-jährige Bauleiter beim Multi-Millionen-Dammprojekt Thiba vor Ort sei offenbar nach wiederholten Angriffen auf seine Mitarbeiter von ihnen gefilmt worden, um die Attacken zu belegen. Nachdem die Polizei H. vorübergehend festgenommen und einvernommen hat, ist dieser nun offenbar untergetaucht.

Der örtliche Polizeichef Antony Wanjuu bestätigte entsprechende Ermittlungen gegen H. und dass der Strabag-Mann noch einmal hätte einvernommen werden sollen. Trotz laufender Ermittlungen habe er aber einen polizeilichen Termin verabsäumt und sei nach Österreich geflohen. Die Rückkehr nach Österreich habe die Strabag laut lokalen Medien der Polizei bestätigt.

"Idioten und Buschmänner"

Die Polizei will nun Interpol in dem Fall hinzuziehen. Neben den physischen Angriffen soll H. die Arbeiter "Idioten und Buschmänner" geschimpft haben. H. soll in der Vergangenheit wegen ähnlicher Vorwürfe schon auffällig geworden sein. 2017 sei er aus Malawi ausgewiesen worden, weil er einen Fahrer, der einen Reifen zerkratzt hatte, einen "Affen" genannt hatte.

Von Malawi soll H. damals nach Kenia weitergereist sein. In Kenia wollen die Arbeiter nun "Gerechtigkeit". Sie hätten Videoaufnahmen angefertigt, da H. bereits in der Vergangenheit mehrmals mit solchen Angriffen durchgekommen sei. Er habe Betroffenen mit Entlassung gedroht, sollten sie die Vorfälle der Polizei melden.

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Auf "Heute"-Anfrage bei der Strabag bestätigt der Konzern, dass H. ein Mitarbeiter von Strabag International mit Sitz in Köln ist. "Er ist erfahren und war bereits in zahlreichen Ländern international bei Bauprojekten im Einsatz. Bisher war er mit dem Maschinenpark beim Projekt Thiba Damm in Kenia betraut", heißt es. Das Management habe erst kurz vor den Medienberichten über die Anschuldigungen gegen H. erfahren.

"Wir werden alles tun, um die Angelegenheit aufzuklären. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir vorerst keine weiteren Kommentare abgeben können, bis wir uns einen Überblick über die Situation und die Faktenlage verschafft haben", sagt Strabag-Sprecherin Diana Neumüller-Klein. Die Strabag fördere "aktiv Respekt und Chancengleichheit unabhängig unter anderem von Rasse oder Nationalität". (rfi)

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