Szene

Austro-Foto-Pionierin Inge Morath im Leica Shop

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:07

Sie wurde in Graz geboren, mauserte sich zu einer der ersten weiblichen Magnum-Fotografinnen der Welt, heiratete Marilyn Monroes Ex Arthur Miller und fotografierte von einfachen Leuten bis zu Hollywoodstars alles und jeden, der ihr interessant genug erschien. Inge Morath ist eine Foto-Legende und der Leica Galerie Wien auf der Westbahnstraße stellt ihre Fotos aus - und verkauft sie auch.

Vom 7. Mai bis zum 20. Juli zeigt die Leica Galerie Wien eine Auswahl von Porträts und Reportagefotografien von Inge Morath (1923-2002). Fast 50 Jahre lang reiste Morath um die Welt und fing mit ihrer Kamera Außergewöhnliches ein. Der Fotografin ging es dabei stets um Begegnungen mit den Menschen. Moraths Reisereportagen beruhen auf einer tiefen Neugierde auf die Kultur der Länder und die Lebensumstände ihrer Bewohner. Ihre Porträts zeigen ihr einfühlsames Interesse für ihre teils berühmten Modelle, Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, die sie mit ihrer Kamera kennenlernte.

Erste Fotos unter falschem Namen

Inge Morath kam relativ spät zur Fotografie. Als sie sich 1952 eine gebrauchte Leica kaufte, um ihre ersten eigenen Aufnahmen zu machen, hatte sie schon einige Jahre als Textjournalistin gearbeitet. Mit dem Fotografen Ernst Haas bildete sie im Wien der Nachkriegszeit ein Reporter-Team – er besorgte die Bilder, sie verfasste dazu die Artikel. Der Mitbegründer der weltberühmten Bildagentur Magnum Photos wurde auf die Arbeit der beiden aufmerksam und holte sie nach Paris. In den Anfangsjahren bei Magnum arbeitete Morath als Texterin und Bildredakteurin, begann dann aber auch selbst Fotos zu schießen. Ihre ersten eigenen Fotografien legte vorsichtshalber unter falschem Namen vor – erst als sich der Magnum-Chef von den Bildern angetan zeigte, gab Morath zu, sie selbst gemacht zu haben.

Weibliche Foto-Pionierin

1955 wurde sie zum Vollmitglied in die Agentur berufen – und war damit eine der ersten Frauen, die Teil des elitären Fotografenzirkels wurden. Ihre ersten Aufträge für Magnum führten Morath nach England und Spanien, wo einige ihrer bekanntesten Bilder entstanden. Schon die frühen Fotografien zeigen ein deutliches Gespür für den entscheidenden Moment einer Szene.

Hollywood-Karriere und Marilyns Ex als Ehemann

Ende der 1950er-Jahre verlagerte sich Moraths Lebensmittelpunkt in die USA, wo sie neben ihren Reportagen zunehmend als Set-Fotografin für Hollywood-Produktionen arbeitete. Bei den Dreharbeiten zu The Misfits lernte sie 1960 ihren späteren Ehemann, den US-amerikanischen Dramatiker Arthur Miller kennen. Miller war zum Zeitpunkt des Drehs noch mit der Hauptdarstellerin Marilyn Monroe verheiratet. Morath und Miller heirateten zwei Jahre später und waren im Folgenden nicht nur privat ein Paar, sondern arbeiteten besonders seit den 1970er-Jahren an einer Reihe von Projekten zusammen, so etwa an gemeinsamen Büchern ihrer Reisen nach Russland und China.

Die Fotografie, so hat es Inge Morath, die Kosmopolitin, die mehrere Sprachen fließend beherrschte, einmal beschrieben, sei für sie die universellste aller Sprachen. Auf ihren Reisen konfrontiert mit der Erkenntnis, dass ihre deutsche Muttersprache nach dem Krieg als Sprache des Feindes wahrgenommen wurde, fand sie in der Fotografie ein Ausdrucksmittel, das in der Lage war, die ehemaligen Frontlinien zu überwinden und über Grenzen hinweg von Menschen zu berichten und zu den Menschen zu sprechen.

Inge Morath / Menschen

7. Mai bis 20. Juli 2013

Leica Galerie Wien Leica Store Wien

Walfischgasse 1 1010 Wien

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr

Samstag 10 bis 18 Uhr

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