Austro-"Schnitzelkönig" ermordet Ehefrau in den USA

Wiener Schnitzelkönig erschießt Ehefrau in Florida
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Ein Austro-Auswanderer, der wegen seines beliebten Schnitzel-Imbiss in Fort Myers als "Schnitzelkönig" bekannt war, soll seine Frau getötet haben.

Sie träumten den "American Dream", doch am Dienstag wurde das österreichisch-deutsche Auswanderer-Paar Helmut H. und Annemarie R. tot in der Garage ihrer Villa in Lee County, Florida, aufgefunden. 

Nachbar Roy Tetreauolt wurde durch Zufall Zeuge der Bluttat. Als er am Morgen vor die Türe getreten war, um eine Zigarette zu rauchen, erschüttere plötzlich ein lauter Knall die mondäne Wohngegend. "Dann war Stille. Nach etwa 45 Sekunden knallte es erneut", schildert der Mann gegenüber dem Nachrichtensender Fox4.

Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass der Österreicher erst seine Ehefrau erschossen und danach mit der selben Waffe Suizid begangen hat.

Killer war als "Schnitzelkönig" bekannt

Software-Entwickler und Buch-Autor Helmut H. war bereits seit Jahrzehnten von den USA fasziniert gewesen und schon 2008 gänzlich nach Florida ausgewandert, um dort mit seiner früheren Ehefrau ein Restaurant zu eröffnen. Nach der Scheidung stieg dem Österreicher der Lokal-Betrieb aber über den Kopf. "Ich hatte keine freie Zeit mehr für mich", schrieb der Gastronom in seiner Online-Vita.

Doch nicht alles war schlecht: Helmut H. hatte in Florida Annemarie R. – die vermögende Deutsche war ebenfalls nach gescheiterten Ehen in den Sunshine State ausgewandert – kennen und lieben gelernt. Im Dezember 2017 läuteten die Hochzeitsglocken, das Auswandererglück schien perfekt.

Gemeinsam eröffnete das Paar einen Food-Truck, mit dem sie ihre österreichische und deutsche Küche unter die Menschen brachten. Die Wiener Schnitzel um 12 Dollar das Stück wurden schnell zum Kassenschlager. In der Region wurde der leutselige Helmut H. bald als "Schnitzelkönig" bekannt.

Beziehung zerbrach

Freunde erzählen gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Am 5. Februar waren beiden hier in Tirol zu Besuch, sie wirkten so glücklich. Doch nur drei Tage später, zurück in den USA, verließ sie ihn Hals über Kopf. Keiner weiß, warum." Hinter der Fassade lag die Beziehung offenbar bereits in Trümmern.

Mitte Juni schrieb Helmut H. dann auf Facebook: "Ich habe gelernt, auch den Menschen zu vergeben, die mir Schmerz zugefügt haben. Denn nur, wenn du diesen Menschen vergibst, kannst du Frieden für dich finden." Nach seiner Tat scheinen diese Worte auf seiner Pinnwand wie ein Hohn, den beschworenen inneren Frieden hatte der Österreicher offenbar nie gefunden.

Opfer forderte Vermögen zurück

US-Medien zufolge, soll das Paar bereits im vergangenen Jahr die Scheidung eingereicht haben. Offenbar hatte Annemarie R. vorgehabt, alles hinzuschmeißen und zurück nach Deutschland zu reisen.

Sie soll sich laut ABC7 in der vergangenen Woche bei einem Gericht erkundigt haben, welche Möglichkeiten sie zum Verkauf der Villa habe und ihres gemeinsamen Besitzes habe und von Helmut H. Rückzahlungen für aus ihrem Privatvermögen getätigte Investments gefordert haben. Dazu gehörte wohl auch der mobile Imbissstand des Paares. 

Suizidgedanken? Hole dir Hilfe, es gibt sie.

In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen – außer, Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.

Wenn du unter Selbstmord-Gedanken, oder Depressionen leidest, dann kontaktiere die Telefonseelsorge unter der Nummer 142, täglich 0-24 Uhr.
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