Birgit Hebein (Grüne) und Markus Figl (ÖVP) wollen weniger Autos in der Inneren Stadt. Die Vizebürgermeisterin und der City-Chef hatten sich daher Anfang Juni auf ein neues, verkehrsberuhigtes Konzept geeinigt. Dieses sieht zwar ein generelles Auto-Verbot vor, allerdings mit zahlreichen Ausnahmen für Anrainer, Lieferanten, Betriebe, Garagenparken oder Taxis. Geht es nach Hebein, soll das Konzept noch vor der Wien-Wahl am 11. Oktober umgesetzt werden.
Auf wenig Gegenliebe stößt das Vorhaben in den SPÖ-geführten Nachbarbezirken Wieden, Mariahilf und Alsergrund. Die drei Bezirke pochen auf eine Ausweitung von Anrainerparkplätzen, ein Investitionspaket zur baulichen Umgestaltung angrenzender Straßenräume und ein Konzept, um Kfz-Stellplätze möglichst in Garagen zu verlagern. Doch Hebein lehnte die Unterstützung dafür ab, "obwohl keine der begleitenden Maßnahmen die Umsetzung ihrer Pläne verzögern oder verhindern würde", kritisierten die Bezirkschefs Lea Halbwidl (Wieden), Markus Rumelhart (Mariahilf) und Saya Ahmad (Alsergrund).
Auch von den Neos kommt Kritik: Sie fordern im Gegenzug zu einer Pkw-Verkehrsberuhigung eine Verbesserung der Citybusse. Sowohl die Strecke als auch die Betriebszeiten sollen ausgeweitet werden: "Die Wiener Innenstadt ist nicht nur touristisches, sondern auch kulturelles Zentrum. Bei der Erreichbarkeit spielen neben Autos und U-Bahnen auch die Citybusse eine große Rolle. Schränken wir nun die Zufahrtsmöglichkeiten für Autos ein, so müssen wir dies kompensieren wie beispielsweise mit einem Ausbau der Citybusse", meint Neos Wien Verkehrssprecherin Bettina Emmerling.
"Die Anrainer bezeichnen die Streckenführung als stark verbesserungswürdig, und das beeinflusst die Attraktivität enorm. Daher wollen wir, natürlich unter Beteiligung der Bürger sowie der Verkehrskommissionen der betroffenen Bezirke, die Citybusse ausbauen und zu einem attraktiven Verkehrsmittel in der Inneren Stadt machen. So können wir die Mobilität auch nach Zufahrtsbeschränkungen weiter gewährleisten", erklärt Christoph Hilscher, Klubobmann der Neos Innere Stadt.
Konkret fordern die Neos benutzerfreundlichere Betriebszeiten der Buslinien 1A, 2A und 3A, veränderte Streckenführungen mit Anbindung an Verkehrspunkte wie Wien Mitte, Mariahilferstraße und Karmelitermarkt, die Ausweitung der Betriebszeiten auf Sonn- und Feiertage sowie Einkaufssamstage in der Adventszeit.