Die Vorwürfe wiegen schwer: VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler sollen seit mehr als 20 Jahren geheime und verbotene Absprachen getroffen haben. Die deutschen Autobauer sollen sich über technische Details und die Auswahl von Lieferanten abgestimmt haben.
Es wird teuer
Sollten sich die Anschuldigungen als wahr herausstellen, drohten den Autoherstellern extreme Geldbußen: EU-Strafen können bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes betragen. Die fünf verdächtigen Konzerne fuhren allein 2016 Erlöse von rund 546 Milliarden Euro ein. Es sind also Rekordstrafen bis zu 50 Milliarden Euro möglich.
Käufer könnten klagen
Zudem könnten Autokäufer wegen zu hoher Preise klagen. EU-Verbraucherschutzkommissarin Vera Jourova spricht bereits von der Ermöglichung EU-weiter Sammelklagen.
Zulieferer könnten betroffen sein
Neben den Verbrauchern könnten auch österreichische Zulieferer von den illegalen Absprachen betroffen sein, erklärte BMW-Chef Theodor Thanner der APA. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) wolle daher rasch Klarheit schaffen. "Jeder zweite BMW fährt mit österreichischem Motor", merkte Thanner an.
Daimler könnte aber mit einem blauen Auge davon kommen. Der Mercedes-Konzern zeigte mögliche Wettbewerbsverstöße als Erster bei den deutschen Behörden an. Volkswagen folgte erst später. VW muss sich deshalb wahrscheinlich mit einem geringeren Strafnachlass als Daimler begnügen.
(GP)