Kind "das Schlimmste, was man Umwelt antun kann"

Bild: Juliana Zitzlsperger
Autorin Verena Brunschweiger hat sich gegen Nachwuchs entschieden. In ihrem Buch plädiert sie für ein offeneres Frauenbild - und löst eine Debatte aus.
Verena Brunschweiger ist 38 Jahre alt. Seit sie 30 geworden ist, werde sie immer wieder gefragt, wann sie Kinder möchte. "Das nervt mich und ich finde die Frage auch übergriffig, vor allem, wenn sie von Fremden kommt", so die Autorin.

In ihrem Buch, das morgen erscheint, "Kinderfrei statt kinderlos - Ein Manifest" schreibt die Deutsche, dass man besser keine Kinder zur Welt bringen soll.

Ökologisch sinnvoller

Brunschweiger argumentiert damit, dass das Kinderkriegen einen ökologischen Aspekt in sich trägt. "Ausschlaggebend für mich war der ökologische Fußabdruck. Ein Kind ist das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann. Jedes nicht in die Welt gesetzte Kind bedeutete eine CO2-Einsparung von rund 58,6 Tonnen pro Jahr", sagt sie im "Heute"-Interview.

Vernünftig sei es daher nicht, ein Kind zu bekommen. Stattdessen sieht die Autorin den Kinderwunsch als einen Ausdruck von Egoismus und Narzissmus an. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob man ein Kind wolle, solle man besser keines bekommen.

CommentCreated with Sketch.189 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. "Männer sollen sich nach Frauen richten"

Auch die gesellschaftlich etablierten Umstände prangert Brunschweiger an. "Die ganze Kultur ist darauf ausgerichtet, Kinder zu wollen. Wenn man als Frau davon abweicht, fällt man negativ auf." Der Status der Frau sei noch immer zu eng mit der Mutterrolle verknüpft.

Brunschweiger will sich nicht den Schuh des Mutterseins aufdrücken lassen. "Ich möchte nicht als Mutter und Hausfrau abhängig von einem Ehemann sein."

Ist auch für Sie klar, dass Sie keine Kinder wollen? Haben Sie das Gefühl, sich dafür rechtfertigen zu müssen? Teilen Sie Ihre Erfahrung mit uns!



Männer sollen sich nach ihren Frauen richten, sagt Brunschweiger. Schließlich müsse die Frau sich sämtlichen psychischen und physischen Gefahren der Schwangerschaft und Geburt aussetzen. Will die Frau also kein Kind, soll der Mann das akzeptieren: "Mein eigener Ehemann wollte auch erst Vater werden. Als ich ihm die Umweltbelastung vorgerechnet habe, hat auch er sich dagegen entschieden. Heute ist er glücklich darüber."

Kinderfrei statt kinderlos

Brunschweiger bezeichnet sich nicht als kinderlos, sondern kinderfrei. Mit Kinderlosigkeit assoziiert sie Frauen, die ein Problem damit haben, nicht schwanger zu werden. Im Gegensatz dazu bedeutet kinderfrei "eine profunde, reflektierte Entscheidung getroffen zu haben, sich nicht fortpflanzen zu wollen und auch alles dafür zu tun, dass das nicht passiert."

Heftige Debatte

Mit den Ansichten, die Brunschweiger in ihrem Buch vertritt, sorgt die Autorin für starke Reaktionen. Einige davon sind positiv, die meisten jedoch nicht:







(rfr)

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