"Avengers: Krieg um Wakanda" – Comeback des Titels?

Nach Startschwierigkeiten erobert "Marvel's Avengers" Stück für Stück die Spieler-Herzen zurück. Nun greift Black Panther in den Krieg um Wakanda ein.

Irgendwie ist es ein Drama mit "Marvel's Avengers": Nach einem riesigen Hype gestartet, enttäuschte das Spiel viele Zocker mit zahlreichen Bugs und überschaubarer Abwechslung bei Missionen. Die Folge: Die Spielerzahlen brachen drastisch ein, schon kurz nach dem Erscheinen tummelten sich teils kaum mehr Zocker auf den Servern. Und dennoch: Die Entwickler blieben dran, bügelten die Bugs aus und liefern seitdem in regelmäßigen Abständen riesige neue Inhalte samt neuer Missionen, Handlungsfetzen und Superhelden ab.

Nun greift dank Square Enix und Crystal Dynamics mit dem "Krieg um Wakanda", der ersten großen und kostenlosen Erweiterung für "Avengers", auch Fan-Liebling T'Challa aka Black Panther in die Geschehnisse ein, nämlich als spielbarer neuer Held. Dazu kommen noch zwei neue Bösewichte, mit Wakanda eine ganz neue Umgebung mit spielbarer Haupstadt und Außenposten sowie neue Multiplayer- und Singleplayer-Missionen und technische Verbesserungen. Läutet das das große Comeback des Superhelden-Games ein?

Tolle Panther-Moves und super Level_Design

Die Erweiterung fokussiert einzig und allein auf den Black Panther und seine Familie sowie Gefährten, die vom Bösewicht Ulysses Klaue bedroht werden. Unser neuer Held spielt sich dabei genau so, wie man es sich gewünscht hat: Fähigkeiten und Spezialangriffe drehen sich um durchschlagende Kombos, die Timing erfordern und trainiert werden wollen, in Perfektion aber eine superflüssige Kampferfahrung ergeben. Die Animationen sind dabei hervorragend ausgefallen und machen beim Zusehen einfach riesigen Spaß.

Dazu kommt ein bis ins Detail durchdachtes Leveldesign, das anders als das hauptspiel viel auf verzweigte Routen setzt und dabei die Schönheit Wakandas toll einfängt. Die Dschungelabschnitte wechseln mit verfallenen Ruinen ab, Höhlen warten mit mythischen Symbolen und Schalter-Rätseln auf und die Hauptstadt Wakandas mit ihren Prunkbauten zeigt beeindruckende Wasser- und Wälder-Gebiete, die im starken Kontrast zur hochtechnisierten Gebäudeausstattung stehen. Keine Rede mehr von fast ident aussehenden Stadtvierteln, die man im Hauptspiel immer wieder vorfand.

Starke Handlung wird zu schnell erzählt

Auch die Handlung wird glaubhaft rübergebracht, der Star bleibt aber eindeutig die Hauptfigur, die Geschehnisse spielen eher eine Nebenrolle. Generell geht es in "Krieg um Wakanda" weit ernster zu als in der Hauptkampagne, für stetige Auflockerungen sorgen aber jene Szenen, in denen die bereits bekannten Avengers in das Geschehen eingreifen. Lässt man die Suche nach jedem Loot-Gegenstand und das wiederholte Einsammeln außer Acht, bietet "Marvel's Avengers: Krieg um Wakanda" Spielspaß für rund sieben bis acht Stunden. Super für eine kostenlose Erweiterung!

Gerade zum Ende hin hätte man sich aber etwas mehr Zeit lassen dürfen, vor allem bei der Erzählung der Handlung. Eröffnet die Story mit zahlreichen Handlungssträngen und durchaus spannenden Geschichten, was die Beziehungen der Figuren miteinander betrifft, wird vieles davon zum Ende hin im Schnellgang aufgelöst und einiges fühlt sich nach einer verpassten Chance an. Nicht falsch verstehen: Die Story könnte so auch als Kinofilm oder Comic-Reihe erscheinen, es wäre nur noch etwas mehr drinnen gewesen, hätte man auch die netten Nebengeschichten konsequent zu Ende geführt.

Guter Grund, wieder vorbeizuschauen

Was der Kampf an neuen Moves und Spannung bringt, wird bei den neuen Rätseln vermisst. Sie zeigen sich eher simpel und beschränken sich fast ausschließlich darauf, dass Black Panther Schalter mit denselben Symbolen finden und mit Wurfklauen aktivieren oder verschiedene Buttons in der richtigen Reihenfolge betätigen soll. Wie bei den bereits erschienenen Helden sorgt aber auch Black Panther für eine gute Langzeitmotivation, denn sein gesamter Skilltree wird erst nach mehreren Spielstunden vollkommen freigeschaltet sein.

Und auch beim Gegner-Design hat sich etwas getan. Die neuen Feinde verfügen über komplexere Bewegungsmuster als die meisten Dummy-Gegner des Hauptteils und nutzen manches Mal auch die fortschrittliche Technologie Wakandas, um uns das Leben schwer zu machen. Besonders fies: Schallwaffen können unsere Sicht fast komplett lahmlegen. Insgesamt bietet "Krieg um Wakanda" viel Inhalt für eine kostenlose Erweiterung des Superhelden-Abenteuers. Für ein grandioses Comeback reicht es (noch) nicht, sie ist aber ein guter Grund, sich wieder den "Avengers" zu widmen.

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