Baby fast getötet, aber Ermittler stellen Arbeit ein

Kinder-OP-Zentrums mit neuer Intensivstation
Kinder-OP-Zentrums mit neuer IntensivstationHANS PUNZ / APA / picturedesk.com
Ein Baby kam mit Hirnverletzungen ins Spital. Alles deutete auf eine Misshandlung durch die Eltern hin. Doch diesen konnte nichts nachgewiesen werden. 

Am 5. Dezember 2019 wurde ein erst drei Monate kleiner Bub mit schweren Verletzungen in ein Wiener Krankenhaus gebracht. Laut Gutachten deutete alles auf ein Schütteltrauma hin. Das Baby überlebte nur dank einer Notoperation und einem monatelangen Krankenhausaufenthalt. Der Vater (36) wurde wegen Mordversuch in U-Haft genommen, nach zwei Monaten aber entlassen. Er bestritt die Tat vehement, beschuldigte die Mutter (31) des Kindes. Das Wiener Paar hatte sich bereits in der Schwangerschaft der Frau getrennt und völlig zerstritten. 

Beweise fehlen

Trotz umfangreicher Ermittlungen und zahlreichen Gutachten konnte den Eltern nicht nachgewiesen werden, das Kind misshandelt zu haben. Die Täterschaft sei am Ende nicht eindeutig zuordenbar gewesen, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf APA-Anfrage. Das wäre aber für ein Strafverfahren notwendig gewesen. Der Fall dürfte trotzdem noch nicht ganz vom Tisch sein. Die Opfervertretung hat laut APA eine Begründung für die Einstellung angefordert, kann am Wiener Landesgericht einen Fortführungsantrag einbringen. 

Besuchsverbot

Die Mutter hatte dem Vater des Kindes bereits nach der Geburt verboten, das Baby zu sehen. Erst ab Ende Oktober 2019 durfte der Wiener seinen kleinen Sohn bei der Mutter zu Hause besuchen. Dort sei aber immer alles friedlich abgelaufen. Der Mann sei laut Anwalt nie mit dem Kind alleine gewesen. Das Oberlandesgericht wollte bei der Enthaftung des Mannes im Februar des Vorjahres auch eine Täterschaft der Mutter nicht ausschließen. Es gilt die Unschuldsvermutung. 

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