Baby missbraucht: Sieben Jahre Haft für Vater

Bild: Wikipedia/Alexander Wagner
Am Mittwoch wurde ein 31-Jähriger am Landesgericht St. Pölten wegen der Misshandlung seiner neun Tage alten Tochter zu sieben Jahren Haft (nicht rechtskräftig) verurteilt. Er hatte den im September 2013 geborenen Säugling geschüttelt, geschlagen und sexuell missbraucht. Das Kleinkind überlebte schwer verletzt. Der Angeklagte bekannte sich schuldig, die Mutter entschlug sich der Aussage.


Staatsanwalt Karl Fischer hatte dem Angeklagten - neben dem Besitz einer Waffe trotz Waffenverbots - absichtlich schwere Körperverletzung, schweren sexuellen Missbrauch sowie Quälen und Vernachlässigen einer unmündigen oder wehrlosen Person zur Last gelegt.

Bei einem Strafrahmen bis zu 15 Jahre wirkten sich laut Richterin Andrea Humer das ehrliche, volle und reumütige Geständnis sowie die bisherigen Unbescholtenheit als mildernd aus, erschwerend war die mehrmalige Tatbegehung und die Schwere der Verletzungen des Neugeborenen.

Der Säugling war am 12. September 2013 auf die Welt gekommen. Am 18. September wurden Mutter und Kind aus dem Spital entlassen - nur drei Tage danach erfolgte in der gemeinsamen Wohnung der erste Übergriff. "Ich wollte, dass sie aufhört zu schreien", wiederholte der arbeitslose Bäcker stereotyp.

Behandlung wegen Schädelbruchs erst nach Tagen

Laut Staatsanwalt Karl Fischer wurde der 31-Jährige zornig, weil das Baby unruhig war - und schlug mit der Faust zu, was einen ersten Schädelbruch zur Folge hatte. Die Misshandlungen setzten sich tagelang fort, die häufig abwesende Kindesmutter hatte dem Vernehmen nach nichts bemerkt. Nach einem Besuch beim Hausarzt wurde das kleine Mädchen dann erst am 2. Oktober ins Krankenhaus gebracht. Das Spital erstattete Anzeige, die weitere Behandlung erfolgte im Wiener AKH.

Dem medizinischen Gutachten zufolge hatte das kleine Mädchen zwei Schädelbrüche erlitten, Einblutungen in die Schädelhöhle, sowie eine klaffende Wunde im Gesäßbereich. "Es ist ein Glück, dass Ihre Tochter noch lebt", machte Richterin Andrea Humer deutlich, dass der Angeklagte ein wehr- und schutzloses Neugeborenes misshandelt habe und tagelang leiden ließ.

Kindesmutter schwieg eisern

Der unbescholtene 31-Jährige meinte, er habe die Kleine "beruhigen" wollen. Er habe ihr das Flascherl gegeben, sie habe immer geschrien. Einmal nahm er sie hoch - und schleuderte sie dann mit dem Kopf gegen die Rückenlehne eines Sofas, was den zweiten Schädelbruch zur Folge hatte. Nach seiner Darstellung war er mehrmals stundenlang mit dem Säugling allein, weil seine Lebensgefährtin ihre Eltern besuchte und er nicht mit wollte. Vor der Befragung der Kindesmutter wurde der 31-Jährige aus dem Saal geführt. Die junge Frau entschlug sich allerdings der Aussage. Zu Mittag wurde ein Urteil erwartet.

Es gebe nichts zu beschönigen, hatte die Anwältin des 31-Jährigen eingangs festgestellt. Es tue ihm alles sehr leid, gab der Mann selbst an. Die Anklage lautete auf absichtlich schwere Körperverletzung, schweren sexuellen Missbrauch sowie Quälen und Vernachlässigen eines Unmündigen.
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