Baby-Unglück am Bahnhof: Tempolimit für Züge

Der tragische Unfall passierte am Bahnhof in Puch bei Hallein
Der tragische Unfall passierte am Bahnhof in Puch bei HalleinBild: zVg

Die ÖBB haben nach dem tödlichen Unfall mit einem Kinderwagen am Bahnhof Puch bei Hallein weitere Konsequenzen gezogen. Züge müssen nun langsamer durch den Bahnhof fahren.

Erst vor wenigen Tagen hatten die ÖBB angekündigt, die Sicherheit an den Bahnhöfen generell zu verbessern.

Wie "heute.at" bereits berichtete, werden künftig neue Durchsagen und Plakate vor dem "Luftzug durchfahrender Züge" warnen. Außerdem sollen Wartende darüber informiert werden, dass sie genug Abstand zum Gleiskörper halten sollen.

Auch Halteschlaufen für Kinderwagen werden angebracht. "Es ist geplant, dass wir weitere Plätze schaffen, wo man sich mit Kinderwagen sicher aufhalten kann", erklärte ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger gegenüber dem "Kurier".

Personen mit Kinderwagen werden zusätzlich aufgefordert, unbedingt die Bremsen zu ziehen, damit sich der Wagen nicht mehr bewegen kann.

Züge müssen Tempo reduzieren

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Züge stand aber vorerst nicht auf dem Plan der ÖBB. Bis jetzt! Denn nun haben die ÖBB anscheinend doch über eine Reduktion der Höchstgeschwindigkeit nachgedacht und sind zu dem Entschluss gekommen, ein Tempolimit für Züge einzuführen.

So dürfen Güterzüge ab sofort im Bahnhof Puch bei Hallein nur mehr 60 km/h statt bisher 100 km/h fahren. Auch Personenzügen müssen ihre Geschwindigkeit auf 100 statt 130 km/h reduzieren.

"Wir haben nur gesagt, wir wollen das ganze nicht vorschnell nur auf die Geschwindigkeit reduziert haben, denn die Geschwindigkeit ist ein Faktor. Wir haben immer gesagt, dass wir uns jeden Unfall ganz genau ansehen und schauen, wo wir nachschärfen können. Obwohl die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind, haben wir die Geschwindigkeit in Puch heruntergesetzt", erklärte ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair gegenüber "ORF Salzburg" die Entscheidung des Konzerns.

Tempolimit vorerst nur in Puch

Das Tempolimit für Züge gilt aber vorerst nur für den Bahnhof Puch und nicht für andere Stationen in Österreich. "Generell sind Zugdurchfahrten durch Bahnhöfe in Österreich etwas Alltägliches. Es passiert auch nicht immer mit der Höchstgeschwindigkeit. In Puch hat man sich eben temporär, vorbeugend entschieden die Geschwindigkeit herabzusetzen", wird Gasser-Mair in dem Bericht zitiert.

Unglück im Oktober

Anfang Oktober kam es am Bahnhof Puch zu einem tragischen Unfall. Eine 24-Jährige wartete am Bahnsteig mit ihren beiden Kindern auf einen Zug. Als ein Güterwagen vorbei raste, wurde der Kinderwagen durch den Sog auf die Gleise geschleudert. Das 1-jährige Baby erlitt schwerste Verletzungen und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus.

Die Untersuchungen zu dem Unglück sind noch nicht abgeschlossen und laufen auf Hochtouren.

(wil)

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