Bärlauch oder Verwechslung? Fehlgriff kann tödlich sein

Die Pflanze die nach mildem Knoblauch schmeckt ist im Frühling besonders beliebt.
Die Pflanze die nach mildem Knoblauch schmeckt ist im Frühling besonders beliebt.Getty Images/iStockphoto
Beim Spaziergang gleich etwas Bärlauch pflücken? Im April hat das grüne Kraut Hochsaison, aber Achtung: Ein Fehlgriff kann lebensbedrohlich sein.

Seit Anfang März sprießt der beliebte "wilde Knoblauch" an schattigen Plätzen in Wäldern unter Bäumen oder hohen Sträuchern. Bärlauch lässt sich vielfältig in der Küche verwenden, zum Beispiel eignet sich die krautartige Pflanze für Pasta, Dips oder die Bärlauch-Knospen, eingemacht, für Salate. 

Bärlauchpflücken als Zeitvertreib

Am besten pflückt man Bärlauch im April, wenn er Hochsaison hat. Zum Beispiel bei einem ausgedehnten Waldspaziergang. Wer in Kräuterkunde nicht so fit ist, sollte sich aber einige Tipps und Hinweise zu Herzen nehmen. Es begegnen einem immer wieder fiese Bärlauch-Doppelgänger, die beim Verzehr im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich sein können.

Bärlauch ist, wenn man seine Eigenheiten kennt, gut zu erkennen:

➤ Die Pflanze treibt meist zwei, in seltenen Fällen drei längliche Blätter aus.

➤ Jedes Blatt weist einen einzelnen, klar erkennbaren Blattstiel auf. Es wird empfohlen, pro Pflanze nur ein Blatt zu pflücken, damit sich die Pflanze erholen kann, um den Bestand zu sichern.

➤ Bilden mehrere Blätter einen Stiel, oder glänzt die Unterseite der Pflanze im Licht, handelt es sich dabei um ein Maiglöckchen: Vorsicht, giftig! Versehentlich verzehrt führt diese Pflanze zu Übelkeit und Erbrechen.

Was ist glänzend und giftig?

Die hochgiftige Herbstzeitlose hat im Vergleich zum Bärlauch keinen richtigen Stiel, sondern wächst direkt aus einer Rosette am Waldboden. Außerdem glänzen Ober- wie Unterseite, beim Bärlauch glänzt nur die Oberseite.

Der dritte Doppelgänger ist der Aronstab. Junger Aronstab weist im Anfangsstadium eine ähnliche Blattform wie der Bärlauch auf, mit der Zeit grenzt er sich aber mit seiner typischen Pfeil- oder auch Schaufelform immer mehr ab. Weiter verlaufen die Blattadern vom Bärlauch, also die feinen Linien auf den Blättern, parallel. Die Blattadern des Aronstabs verlaufen hingegen unregelmäßig, außerdem ist am Ende der Blätter ein Widerhaken am Stielansatz zu erkennen.

Vom Riechtest wird abgeraten

Von dem Trick, die Blätter zwischen den Finger zu zerreiben, da Bärlauch einen starken Knoblauchgeruch entfaltet, raten Experten mittlerweile ab. Bei den ersten zwei bis drei Blättern mag diese Taktik funktionieren, später ist diese aber nutzlos, da die Finger selber nach Knoblauch riechen.

Eine Vergiftung mit Herbstzeitlosen macht sich erst einige Stunden nach Verzehr bemerkbar. Sollte einem also nach dem Genuss von Bärlauch übel sein, sollte sofort ärztliche Hilfe geholt werden.

 Saison vorbei, wenn Bärlauch blüht

Blüht der Bärlauch, ist die Saison vorbei. Etwa im Mai, wenn er weiße Blüten trägt, werden die Blätter bitter und verlieren ihren charakteristischen Geschmack. Tipp: Fein hacken und einfrieren.

 Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger
Bärlauch und seine giftigen DoppelgängerAPA-Grafik / picturedesk.com
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