Bagdad: Elf Autobomben töteten 50 Menschen

Bild: Reuters

Der Irak wurde während der Feiern zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan von einer Serie blutiger Terroranschläge erschüttert. Mindestens 64 Menschen kamen am Samstag ums Leben, 190 wurden verletzt. Alleine in der Hauptstadt Bagdad, wo elf Autobomben hochgingen, gab es 50 Tote zu beklagen.

Die Sprengsätze in Bagdad detonierten in vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteilen. Ziel der Anschläge seien Restaurants, Märkte und ein Freizeitpark gewesen, wo sich zum Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) zahlreiche Menschen aufhielten, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Sicherheitskreisen. Die Gewalt in dem instabilen Land hat zuletzt wieder stark zugenommen. Nach UN-Angaben war der Juli mit mehr als 1000 getöteten Menschen der blutigste Monat seit gut fünf Jahren im Irak.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, erklärte am Samstag, die USA verurteilten die feigen Angriffe aufs Schärfste. Die Anschläge hätten sich gegen Familien gerichtet, die das Fastenbrechen feierten. "Die Terroristen, die diese Taten begangen haben, sind Feinde des Islam und ein gemeinsamer Feind der Vereinigten Staaten, des Irak und der internationalen Gemeinschaft", erklärte Psaki.

Bei einem Selbstmordanschlag in Tuz Khurmato 175 Kilometer nördlich der Hauptstadt wurden zudem neun Menschen getötet und 48 weitere verletzt. In Nassiriya, 300 Kilometer südlich von Bagdad, wurden vier Menschen getötet. Bei einem Anschlag in der für Muslime heiligen Stadt Kerbala, hundert Kilometer südwestlich Bagdads, tötete eine Autobombe fünf Menschen. Nahe Mossul im Nordirak wurde ein Armeevertreter in seinem Haus erschossen. Ein Behördenvertreter der Region Al-Nil südlich von Bagdad und sein Sohn wurden ebenfalls zu Hause von Bewaffneten überfallen und getötet.

Blutiges Fastenmonat

Der Samstag zählte noch zu den Feiertagen rund um das Ende des Ramadan. In diesem Jahr war der islamische Fastenmonat, der in der zweiten Juliwoche begonnen hatte, im Irak von besonderer Gewalt geprägt. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden mehr als 800 Menschen bei Anschlägen getötet. Die Vereinten Nationen haben den Monat Juli als blutigsten Monat seit fünf Jahren eingestuft, mehr als 1.000 Menschen wurden demnach getötet.

Der Machtkampf zwischen Sunniten und Schiiten war nach dem Abzug der US-Truppen vor eineinhalb Jahren neu ausgebrochen. Viele sunnitische Muslime, die unter dem Regime des gestürzten Diktators Saddam Hussein zur Machtelite gehörten, fühlen sich heute benachteiligt und von dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki diskriminiert.

APA/red

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