Bald bis zu 100 Euro für Elektro-Reparaturen

32.000 Geräte hat der Wiener Reparaturbonus vor dem Verschrotten gerettet.
32.000 Geräte hat der Wiener Reparaturbonus vor dem Verschrotten gerettet.Eugenio Marongiu / Westend61 / picturedesk.com
In Wien gibt es den "Reparaturbonus" schon seit 2020. 300 Tonnen Elektroschrott wurden eingespart. Bald soll das im ganzen Land möglich sein.

Egal ob Mixer, Fernseher oder Waschmaschine – alle Elektrogeräte segnen irgendwann das Zeitliche. Dass das aber nicht automatisch den Weg auf die Mülldeponie bedeuten muss, hat sich der Wiener Reparaturbonus 2020 zum Ziel gesetzt. Bis zu 100 Euro Bonus pro Gerät hat die Stadt draufgelegt, um der Ressourcenverschwendung den Kampf anzusagen.

Ganze 32.000 Elektro- und Haushaltsgeräte wurden seitdem repariert, 300 Tonnen Elektroschrott und fast dreimal so viel CO2 eingespart. Der Andrang ist derart groß, dass der Fördertopf momentan ausgeschöpft ist. Die Stadt Wien will die Aktion jedenfalls weiterführen, "jedoch abhängig von der Einführung des bundesweit geplanten Reparaturbons. Wir wollen da Doppelgleisigkeiten verhindern", versichert SPÖ-Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky gegenüber der "Kronen Zeitung".

130 Millionen Euro für nachhaltige Reparaturen

Das Umweltministerium plant bereits, die beliebte Aktion auf ganz Österreich auszuweiten. Ab März soll jeder die Möglichkeit haben, sich bis zu 50 Prozent der Reparaturkosten ersetzen zu lassen. „Insgesamt stehen für die Ressourcenschonung bis 2026 130 Millionen Euro zur Verfügung“, sagt Umweltministerin Leonore Gewessler. An der technischen Umsetzung wird momentan noch gefeilt.

Ab März soll dann jeder ganz einfach per Mausklick den Bonus über eine eigene Homepage beantragen können. Mit dem anschließend zugesandte Code geht man dann zum Betrieb und spart automatisch die Hälfte der Reparaturkosten bis zu maximal 200 Euro. Dem Händler wird der Restbetrag vom Umweltministerium erstattet. Auf der Website soll es außerdem eine Übersicht geben, um einen geeigneten Betrieb in der Nähe zu finden.

Einwände kommen aus der Wirtschaft: Es sei oft ökologischer, ältere Geräte durch neue zu ersetzen – Stichwort Energieeffizienz. Einen Vorschlag gibt es zu dem Thema bereits aus Deutschland: Demnach soll bereits beim Kauf bereits auf dem Gerät vermerkt sein, wie gut ein Produkt wieder auf Vordermann gebracht werden kann.

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UmweltschutzNachhaltigkeitLeonore Gewessler

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