Für Mario Balotelli geht es auf der Karriereleiter steil nach unten. Mit Inter wurde er Champions-League-Sieger, wechselte vor elf Jahren zu Manchester City. Von dort aus ging es zu Milan und Liverpool. Sein großes Talent stand dabei immer außer Frage.
Viele bescheinigten dem Italiener eine große Laufbahn. Er galt als kommender Superstar. Auf dem Weg dort hin bog er zu häufig falsch ab. Durch zahlreiche Skandale abseits des Platzes und Auseinandersetzungen mit Teamkollegen und Trainern verschlug es ihn in den vergangenen Jahren nach erfolglosen Abenteuern in Nizza und Marseille zurück in die Heimat. In Brescia und Monza fiel er ebenfalls in Ungnade.
So überraschte es, dass ihm Superagent Mino Raiola diesen Sommer bei Adana Demirspor in der Türkei einen Dreijahresvertrag verschaffen konnte. Schon die ersten Eindrücke beim neuen Arbeitsgeber verheißen aber nichts Gutes. Trainer Samet Aybaba sagt: "Steht er auf dem Platz, haben wir ein Problem. Wenn nicht, dann trotzdem." Balotelli verrichtet zu wenig Laufarbeit. Sein einst gefürchteter Abschluss hat nicht mehr die Schärfe und Genauigkeit vergangener Tage.
Wenn der Coach auf seinen Star verzichtet, oder ihn vorzeitig vom Platz nimmt, sorgt der 31-Jährige für schlechte Stimmung. So geschehen beim Ligaspiel gegen Konyaspor am vergangenen Freitag. Balotelli muss schon in Minute 57 beim Stand von 0:0 auf die Bank.
Dort kommt es zum Eklat. Balotelli schimpft wie ein Rohrspatz. Der Stürmer tobt auf der Ersatzbank, bis er seinem Gegenspieler mit der Faust gegen den Oberarm schlägt. Die Attacke macht in den sozialen Medien die Runde.
Nur zwei Minuten nach Balotellis Auswechslung geht Demirspor übrigens durch Britt Assombalonga in Führung, muss in der Schlussphase aber den Ausgleich durch Abdulkerim Bardakci hinnehmen (83.). Das Spiel endet 1:1.