Bandenkrieg: 20 Tschetschenen wieder frei

Bild: Sabine Hertel

Am Sonntag wurden 20 von insgesamt 22 der auf der Donauinsel wegen "staatsfeindlicher Verbindung" festgenommenen Tschetschenen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Am Sonntag wurden 20 jener 22 Tschetschenen, die die WEGA vor zwei Tagen auf der Donauinsel festgenommen hatte, wieder auf freien Fuß gesetzt.
Alle 22 Personen wurden wegen des Verdachts, sie könnten einer kriminellen Vereinigung angehören, angezeigt und wieder entlassen. Zwei wurden wegen Verstößen gegen das Fremdenrecht sofort wieder festgenommen.

Am Sonntag gab es in Folge in Wien 10 Hausdurchsuchungen, dabei fand man keine weiteren Hinweise. Eine der am Freitag gefundenen Pistolen konnte einem Verdächtigen zugeordnet werden.

Massenfestnahme am Freitag

Die Verdächtigen waren am Freitag am Wiener Schulschiff festgenommen worden. Passanten riefen gegen 20.45 Uhr die Polizei, da ihnen eine Menschenansammlung verdächtig vorgekommen war. Die Beamten befragten die Männer, was sie an dem Ort täten. "Man ginge spazieren", hieß es.

Ein Polizist fand eine Pistole, einer der Beschuldigten wollte sie im Schnee verstecken. Schließlich wurden auch noch eine weitere Pistole sowie eine Maschinenpistole samt Munition entdeckt. Die WEGA wurde gerufen und erledigte den Rest.

Bandenrivalität vermutet

Mehrere Autos, die offenbar zu den Verdächtigen gehörten, wurden durchsucht. Ermittelt werde wegen Paragraf 246 des Strafgesetzbuches ("Staatsfeindliche Verbindungen"), sagte Thomas Keiblinger von der Wiener Polizei. Die Massenfestnahme dürfte laut Innenministerium keinen terroristischen, sondern einen kriminellen Hintergrund haben. Demnach handle es sich um Bandenrivalität unter Tschetschenen, hieß es.

Zwei Verdächtige müssen ausreisen

Von den 22 Festgenommenen sind laut Innenministerium 16 Asylberechtigte, vier Asylwerber, gegen zwei wurden bereits negative Asylbescheide ausgestellt. Sie müssen ausreisen.

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