Bank Austria mit 678 Mio. Quartalsverlust

Bild: Andreas Tischler
Im vierten Quartal 2012 lag der Nettoverlust der Bank Austria bei 678 Mio. Euro. Hauptgrund war der Ausstieg aus dem teuren Kasachstan-Abenteuer. Im Gesamtjahr 2012 blieb trotzdem ein Nettogewinn von 423 Mio. Euro (Vorjahr: 206 Mio.).

Insgesamt hatte die österreichische UniCredit-Tochter in der Bilanz 2012 einmalige Belastungen von mehr als einer Mrd. Euro zu verdauen. Weil im ersten Quartal aber ein Sondergewinn von 126 Mio. Euro aus Hybridanleiherückkäufen verbucht werden konnte, lagen die Einmallasten im Gesamtjahr saldiert bei 879 Mio. Euro.
Problembank ATF

Die größte Belastung kam von der kasachischen Problembank ATF, deren seinerzeitige Überzahlung auf null abgeschrieben werden musste und deren paktierter Verkauf an einen kasachischen Oligarchen nun ebenfalls nicht ohne Verlust abging. 2012 riss die Kasachstan-Bank im Vorfeld des Verkaufs ein Minus von 423 Mio. Euro in die Bank-Austria-Bücher. Auf null abgeschrieben wurde zudem die ukrainische Ukrsotsbank, was 165 Mio. Euro kostete. Sie hatte ebenfalls die Planeinnahmen verfehlt.
286 Mio. Euro kosteten Finanzierungsabschreibungen und Buchwertkorrekturen für die UniCredit Global Leasing. An der ist die Bank Austria mit 30 Prozent beteiligt. Weiterhin über einer Mrd. Euro (bei 1,1 Mrd. Euro, plus vier Prozent) blieben die Kreditvorsorgen und Kreditwertberichtigungen. Das lag an den Osttöchtern. In Österreich gab es einen Rückgang um 29 Prozent. Das Kreditvolumen insgesamt stieg um ein Prozent auf 132,4 Mrd. Euro. Das Wachstum kam zur Gänze aus Osteuropa.
Bank will heuer Kapital aufstocken

Bankchef Willibald Cernko hob in der Mitteilung hervor, dass alle Sonderbelastungen aus dem operativen Ergebnis abgedeckt wurden. Fünf Jahre nach der Lehman-Krise sei die Bank Austria nach wie vor die einzige Großbank in Österreich, die auf Jahresbasis immer Gewinne geschrieben habe und ohne Staatsgeld auskam. Die harte Kernkapitalquote wird mit unverändert 10,6 Prozent beziffert.

 
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