Bank Austria verkürzt Öffnungszeiten

Bild: zVg
Die Bank Austria verkürzt die Öffnungszeiten in fünf Filialen in Wien und einer in Niederösterreich. Es hagelt Kritik.

Ab 1. März werden fünf Wiener Filialen der Bank Austria nur noch am Vormittag von 8.30 bis 13 Uhr geöffnet sein, teilte ein Sprecher der Bank mit. Betroffen ist unter anderem die Filiale am Wiener Schwedenplatz, einem Verkehrsknotenpunkt. In Mödling-Schöffelstadt (NÖ) laufe bereits jetzt Vormittagsbetrieb.

Und das, obwohl am Vormittag die größte Nachfrage von Kunden in den Filialen ist, begründet der Sprecher diese Maßnahme. Persönliche Beratung am Nachmittag werde in nahegelegenen großen Filialen, wie am Karlsplatz und Stephansplatz, gewährleistet.

Die Selbstbedienungszonen in den Filialen werden weiterhin rund um die Uhr verfügbar sein. Zurzeit gebe es jedoch keine Pläne, weitere Filialen auf Vormittagsbetrieb umzustellen.

Kritik vom Pensionistenverband

Scharfe Kritik an der Kundenfeindlichkeit der Banken kommt vom Pensionistenverband Österreichs (PVÖ). "Immer weniger Filialen durch eine Welle von Filialschließungen, eingeschränkte Öffnungszeiten, die Reduktion von Bankomaten – vor allem Pensionisten sind davon betroffen, weil sie defacto nicht mehr zu ihrem Geld kommen", kritisiert PVÖ-Konsumentenschützer Harald Glatz.

Nächstes Geldinstitut 10 Kilometer entfernt

Glatz zeigt auf: In vielen Landgemeinden gebe es kein Geldinstitut mehr. Die nächste Geldbehebungsmöglichkeit ist oft zehn Kilometer und mehr entfernt, selbst Bankomaten seien rar geworden. Ohne Auto sei man chancenlos, zu Bargeld zu kommen. Auch im städtischen Bereich wird die Situation immer trister:

Um bis zur nächsten Bankfiliale zu kommen, müsse man häufig bis zu drei mal umsteigen, was beispielsweise für gehbehinderte Menschen einen nur schwer zu schaffenden Aufwand darstelle. Oder man müsse in ein teures Taxi steigen.

Im Pensionistenverband häuften sich die Beschwerden über die nur mehr sehr schwere Erreichbarkeit von Bankgeschäftsstellen für ältere Menschen. Online-Banking sei nicht jedermanns Sache, das Bargeld-Problem löst auch das Online-Banking nicht, heißt es im Pensionistenverband.

Pensionistenverbands-Konsumentenschützer Glatz fordert die Banken auf, ihre Kundenpolitik und ihren Kundenservice zu überdenken. „Derzeit hat man den Eindruck, dass man als Bankkunde eigentlich nicht gewünscht ist. Die Banken sollten wieder mehr auf die Bedürfnisse ihrer Kunden achten und eingehen!", richtet Glatz einen Appell an den Bankensektor.

(red)

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