Bankangestellter überwies sich halbe Million Euro

Anwalt Niki Rast (l.) vertrat den Angeklagten.
Anwalt Niki Rast (l.) vertrat den Angeklagten.Helmut Graf
Ein Wiener Bankangestellter bediente sich über Monate bei Kunden-Konten. Fast 500.000 Euro verspielte er bei Sportwetten. Nun stand er vor Gericht.

494.900 Moneten in sechs Monaten: Diese unglaubliche Summe Geld veruntreute ein junger Bankangestellter einer Wiener City-Bank. Das gesamte Guthaben überwies er, um nicht aufzufliegen, in kleinen Häppchen von insgesamt vier betuchten Bankkunden einfach auf sein Privatkonto. Am Mittwoch musste sich der 29-Jährige vor dem Wiener Landesgericht verantworten. Mit dem ganzen Geld wettete er im Wettbüro wahllos verschiedene Fußballspiele – und verlor alles. "Wie kann man so viel Geld in so kurzer Zeit in den Sand setzen?", wollte die erstaunte Richterin wissen. "Ich tippte oft daneben und wenn ich gewann, verspielte ich auch den Gewinn", gab der geständige Angeklagte reumütig zu Protokoll.  

Sache wuchs ihm über den Kopf

Nachdem ihm die ganze Sache über den Kopf gewachsen war, verschwand er sogar für drei Tage. Seine Ehefrau gab bereits eine Vermisstenanzeige auf – schlussendlich landete der Mann im Büro von Anwalt Niki Rast. Der half ihm bei einer Selbstanzeige – der Bankkaufmann wollte endlich reinen Tisch machen. "Mein Mandant ist kein Krimineller, sondern ein kranker Mann", führte der Verteidiger aus. Deshalb besuche er nun auch eine Spielsuchttherapie und hat bereits begonnen,  den gesamten Betrag in monatlichen Raten der Bank zu retournieren (Die Kunden wurden von der Bank bereits entschädigt).
Das Gericht gab dem bisher Unbescholtenen eine zweite Chance: Zwei Jahre bedingte Haft, rechtskräftig.

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