Zwei Räuber, die in der Nacht auf den 9. März 2012 zwei Geldboten im Foyer einer "Bank Austria"-Filiale in Wien-Favoriten überfallen hatten und dabei von einem Opfer angeschossen wurden, sind am Dienstag im Straflandesgericht zu jeweils sechs Jahren Haft verurteilt worden. Die Urteile sind rechtskräftig.
Zwei Räuber, die in der Nacht auf den 9. März 2012 zwei Geldboten im Foyer einer "Bank Austria"-Filiale in Wien-Favoriten überfallen hatten und dabei von einem Opfer angeschossen wurden, sind am Dienstag im Straflandesgericht zu jeweils sechs Jahren Haft verurteilt worden. Die Urteile sind rechtskräftig.
Die gebürtigen Serben, 27 und 32 Jahre alt, hatten einander in einem Kaffeehaus in Wien-Hernals kennengelernt. Sie klagten einander ihr Leid, das sich vor allem auf fehlenden finanziellen Mitteln gründete. Einer der beiden hatte einen Freund, der eine Zeitlang bei einem Sicherheitsunternehmen gearbeitet hatte, das im Auftrag von Banken in der Bundeshauptstadt die nächtliche Befüllung der Bankomaten vornimmt. Von diesem wusste er, dass dabei viel Geld im Spiel war.
Also verfielen die beiden Männer auf die Idee, sich zur Entledigung ihrer Geldsorgen dieses Wissen zunutze zu machen. Sie kundschafteten eine Bankfiliale in der Troststraße aus und legten sich am Abend des 8. März im daneben gelegenen Park auf die Lauer. Als gegen 2.30 Uhr der Geldtransporter anrückte und zwei Angestellte mit einem Geldkoffer ins Foyer der Bank gingen, zogen sie sich Sturmmasken über den Kopf und stürmten mit gezückten Schreckschusspistolen in die Bank.
Gedlbote: "Schleicht's euch"
"Überfall! Get down!", schrien die Räuber, wobei sie die Wachmänner zu Boden reißen wollten. Diese gaben überraschenderweise aber nicht klein bei. "Schleicht's euch", rief einer, dem es auch gelang, seine Dienstwaffe zu ziehen. Er gab mit seiner Glock drei Schüsse ab, wovon einer den älteren Täter im Bauchbereich traf. Sein Komplize erlitt einen Unterarmsteckschuss.
Panikartig liefen die Verletzten davon. Der Jüngere konnte von der Polizei in unmittelbarer Nähe des Tatorts aufgegriffen werden, der 32-Jährige stellte sich wenig später infolge des mit einem erheblichen Blutverlust verbundenen Bauchschusses freiwillig.
"Brauchte Geld für krebskranke Mutter"
Vor dem Schöffensenat (Vorsitz: Irene Mann) verwies er nun darauf, dringend Geld für eine Operation seiner krebskranken Mutter benötigt zu haben. Sein 27-jähriger Komplize meinte achselzuckend: "Ich hatte große Schulden". Wäre ihr Plan aufgegangen, hätte sich die Beute übrigens sehen lassen können: In dem Geldkoffer befanden sich nicht weniger als 250.000 Euro.