Bardame (36) zog Landwirt (45) das letzte Hemd aus

Ungarin (36) zog Waldviertler das Geld aus der Tasche.
Ungarin (36) zog Waldviertler das Geld aus der Tasche.privat
Mit der Tränendrüse hatte eine Ungarin einen Bauern aus Zwettl erweicht - 18 Mal gab er ihr Geld, 118.750 Euro in Summe!

Eine Ungarin musste jetzt in Krems auf die Anklagebank - die dreifache Mutter und Prostituierte hatte einen Waldviertler bis aufs letzte Hemd ausgezogen.

Wegen Schulden im Bordell

Die 36-Jährige zog nach der Scheidung zu ihren ungarischen Eltern. "Um Schulden, die mein Ex hinterlassen hat, abzubauen, habe ich in Österreich eine Arbeit gesucht und landete schließlich in einem Bordell im Bezirk Horn. Dort arbeitete ich als Bardame mit Extras", erklärte die Ungarin vor Gericht.

18 Mal Geld gegeben

Im Rotlicht-Schuppen lernte sie schließlich einen gutmütigen Landwirt (45) aus dem Bezirk Zwettl kennen. Dem 45-Jährigen erzählte sie schließlich von ihren Geldnöten. 18 Mal übergab oder überwies der Bauer Geldbeträge: Beim ersten Mal Anfang Jänner nur 250 Euro, dann 17 Mal Beträge zwischen 1.500 und 17.000 Euro. Sie wollte ihm "natürlich" alles zurückzahlen, ohne dabei jemals über Rückzahlungsmodalitäten geredet zu haben. Erst im Juli 2020 konnte die Übergabe von 13.000 Euro im letzten Moment verhindert werden.

Bauer nahm Kredit auf

In Summe hatte der 45-Jährige 118.750 Euro an die Ungarin verloren. "Ich wollte nur helfen", erklärte der Landwirt beim Prozess. Sie habe viel geweint, Geschichten über geplatzte Hausverkäufe und Begräbnisse erzählt, neun Mal vor und neun Mal nach dem ersten Lockdown hätte er ihr Geld gegeben. "Sogar einen Kredit habe ich mir zum Schluss aufgenommen", berichtete der Bauer.

20 Monate teilbedingt

"Sie haben die Naivität eines Kunden eiskalt und unverschämt ausgenützt", so die Richterin in Richtung der Venusfalle. Das Urteil: 20 Monate teilbedingte Haft wegen schweren Betruges, drei Monate Haft muss die Osteuropäerin absitzen. Weiters muss sie das Geld zurückzahlen. Für Staatsanwalt Franz Hütter war das Urteil zu wenig - er meldete sofort Strafberufung an. Somit ist der Richterspruch nicht rechtskräftig.

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